Flüchtlinge als Lokführer: So läuft das Projekt

Karlsruhe - Das bundesweit einzigartige Projekt zur Ausbildung von Flüchtlingen zu Lokführern läuft nach Ansicht von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) gut.

Ein Flüchtling unterwegs zwischen Rastatt und Karlsruhe.
Ein Flüchtling unterwegs zwischen Rastatt und Karlsruhe.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Keiner aus der 15-köpfigen Gruppe sei bislang abgesprungen, sagte er am Mittwoch bei der ersten offiziellen Fahrprobe der Lehrlinge in einer Stadtbahn zwischen Karlsruhe und Rastatt.

Das sei ungewöhnlich und auch auf den Einsatz von Integrationscoaches zurückzuführen. Diese vom Land finanzierten Betreuer helfen bei Sprachproblemen, Behördengängen oder Anträgen zur Unterkunft bei auswärtigen Praktika.

In Baden-Württemberg fehlen Hunderte Lokführer, bundesweit sind es Tausende. Die anvisierte Verdoppelung der Fahrgastzahlen auf der Schiene bis 2030 werde noch mehr Bedarf nach sich ziehen, sagte Hermann.

Überdies komme eine Pensionierungswelle auf die Eisenbahnunternehmen zu. Im Südwesten werbe die Schweizer Bahn in Deutschland ausgebildete Lokführer mit hohen Gehältern ab.

Die Teilnehmer des einjährigen Kurses sind zwischen Anfang 20 und Mitte 30 und kommen aus Syrien, Marokko, Tunesien oder Sri Lanka. Darunter sind ehemalige Medizin- oder Jura-Studenten sowie ein Elektrotechniker. Ein ähnliches Projekt unter Beteiligung der Deutschen Bahn soll im Juli in Stuttgart starten, ein weiterer Kurs ist am Standort Lahr geplant.

Das mehr als eine Million Euro teure Modellprojekt in Karlsruhe und Mannheim war vom Land gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit ins Leben gerufen worden.

Unter den Augen von Ausbilder Mirel Demo (rechts) absolviert ein junger Mann eine Ausbildungsfahrt.
Unter den Augen von Ausbilder Mirel Demo (rechts) absolviert ein junger Mann eine Ausbildungsfahrt.  © Philipp von Ditfurth/dpa

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