Mordfall Lübcke: Kontakt zu Tatverdächtigem bei Versammlung denkbar

Karlsruhe - Im Mordfall Lübcke prüfen die Ermittler eine mögliche persönliche Verbindung des Tatverdächtigen zu dem Kasseler Regierungspräsidenten.

Hessens Regierungspräsident wurde durch einen Kopfschuss getötet.
Hessens Regierungspräsident wurde durch einen Kopfschuss getötet.  © DPA

Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Freitag berichtete, könnte Stephan E. 2015 an einer Bürgerversammlung mit Lübcke teilgenommen haben.

Auf dieser Veranstaltung hatte der CDU-Politiker eine geplante Flüchtlingsunterkunft verteidigt und sich gegen Schmährufe gewehrt. Dabei sagte er, wer gewisse Werte des Zusammenlebens nicht teile, könne das Land verlassen.

Der "Spiegel" zitiert Ermittler mit den Worten, E. habe Lübckes Auftritt nicht nur "sehr genau wahrgenommen", sondern gegenüber Gleichgesinnten auch "kommentiert und bewertet". In einem Chat habe er sich über Lübcke aufgeregt und ihn als "Volksverräter" bezeichnet.

Dem Bericht zufolge liegt das Bürgerhaus von Lohfelden, in dem die Versammlung stattfand, nur zwei Kilometer von E.s Wohnhaus entfernt. Die Erstaufnahmeeinrichtung habe nur einen guten Kilometer von seinem Haus entfernt entstehen sollen.

Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die inzwischen die Ermittlungen führt, wollte sich dazu auf Nachfrage nicht äußern.

Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses im hessischen Wolfhagen-Istha niedergeschossen worden. Dringend tatverdächtig ist E., der 45-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft stuft das Verbrechen als politisches Attentat mit rechtsextremem Hintergrund ein.

Journalisten gehen vor dem Wohnhaus von Stephan E., Tatverdächtiger im Mordfall des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.
Journalisten gehen vor dem Wohnhaus von Stephan E., Tatverdächtiger im Mordfall des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.

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