Kita-Mörder: Staatsanwaltschaft fordert lebenslänglich

Der Täter hatte der Frau während ihrer Arbeit bei der Kita aufgelauert. (Symbolbild)
Der Täter hatte der Frau während ihrer Arbeit bei der Kita aufgelauert. (Symbolbild)  © DPA

Karlsruhe - Im Mordprozess um einen 54 Jahre alten Mann hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert.

Die Verteidigung plädierte am Mittwoch vor dem Landgericht Karlsruhe auf Totschlag. Der Mann hatte während der Verhandlung zugegeben, im Mai seine 50 Jahre alte Ehefrau an ihrem Arbeitsplatz, einer Kindertagesstätte in Pforzheim, niedergestochen zu haben.

Er habe mit seiner Frau sprechen, sie aber nicht töten wollen, ließ er durch seinen Verteidiger mitteilen. Die Frau starb zwei Tage später im Krankenhaus. Der Täter hatte 29 Mal zugestochen.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, aus Eigennutz gehandelt zu haben. Er habe die Trennung nicht akzeptieren wollen. Seine Tat sei heimtückisch gewesen und deswegen Mord. Nach Überzeugung des Verteidigers handelte es sich dagegen um eine Verzweiflungstat. Er hielt eine Freiheitsstrafe von mindestens zehn Jahren für angemessen.

Eine Zeugin hatte ausgesagt, dass der 54-Jährige das Messer mit einer etwa zehn Zentimeter langen Klinge schon in der Hand gehalten hatte, als er seiner Frau in das Gebäude gefolgt war. Eine Mitarbeiterin der Kita hatte dem Mann noch mit einem Besenstiel mehrfach auf den Kopf geschlagen, um ihm von weiteren Messerstichen abzubringen - ohne Erfolg.

Das Urteil soll am Donnerstag gesprochen werden.

Titelfoto: DPA


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