Eklat an Grundschule: Schüler wegen Karnevalskostüm suspendiert!

Hamburg - Mit einem Karnevalskostüm hat ein Viertklässler in Hamburg-Altona für einen Eklat an seiner Grundschule gesorgt.

Kinder stehen verkleidet bei einem Faschingsumzug. (Symbolbild)
Kinder stehen verkleidet bei einem Faschingsumzug. (Symbolbild)  © Tobias Hase dpa/lby

Der Junge hatte sich für die Kostümparty als Soldat verkleidet. Erst im Schul-Flur soll er sich dann zusätzlich ein gemaltes Hakenkreuz am Arm befestigt haben.

"Der Junge musste das Nazi-Emblem auf Geheiß der Lehrerin sofort wieder abnehmen", sagt die Schulleitung gegenüber dem Hamburger Abendblatt, das zuerst über den Vorfall berichtet hatte. Der Schüler wurde umgehend suspendiert.

Immer wieder kommt es beim Karneval auch zu gefährlichen Grenzüberschreitungen. Im belgischen Aalst haben Mitglieder der Gruppe "De Kalisjekloesjers" zuletzt mit einer Darstellung judenfeindlicher Klischees für Kritik gesorgt (TAG24 berichtete).

Nach dem mutmaßlich rechtsextremistisch motivierten Anschlag in Hanau standen die Karnevalsumzüge in Köln und Düsseldorf in diesem Jahr dagegen im Zeichen für mehr Toleranz und Weltoffenheit (TAG24 berichtete).

Update, 15 Uhr: Kind fiel bereits durch Nazi-Gesten auf

Im Nachhinein habe es ein klärendes Gespräch mit den Eltern gegeben. Der Junge ist der Schulbehörde zufolge "nicht von zu Hause aus als "SS-Mann" in die Schule gekommen".

Er habe stattdessen ein eher undefinierbares Kostüm aus dunklem Overall, bunter Brille und Perücke zum Fasching getragen. "In der Schule ist er dann offenbar auf die Idee gekommen, sich ein Hakenkreuz zu malen und auf den Oberarm zu kleben", so ein Behördensprecher.

Der Schulleitung zufolge darf der Grundschüler den Unterricht vorerst nicht besuchen, zitiert die Zeitung die Schulleitung. In Zukunft werde das Kind, das bereits in der Vergangenheit durch Nazi-Gesten in der Schule aufgefallen sein soll, die Einrichtung aber weiter besuchen. Die Schulbehörde konnte dazu zunächst keine Angaben machen.

"Die Schulpflicht müssen wir natürlich erfüllen. Vor allem ist es wichtig, ein Kind, das sich droht zu radikalisieren, nicht zu verlieren. Stattdessen müssen wir pädagogisch mit ihm arbeiten, um solche Fälle in Zukunft zu verhindern", sagte die Schulleitung dem Hamburger Abendblatt.

Fälle dieser Art seien in der Hansestadt sehr selten, sagte der Sprecher der Schulbehörde weiter. "Dass Kinder über die Stränge schlagen kommt schon mal vor. Staatsfeindliche Verkleidungen zum Fasching sind aber äußerst selten. Für mich ist das erste Fall, von dem ich höre."

Der Motivwagen "Uns Hätz schleiht för Hanau" zum Anschlag von Hanau fährt mit beim Rosenmontagszug.
Der Motivwagen "Uns Hätz schleiht för Hanau" zum Anschlag von Hanau fährt mit beim Rosenmontagszug.  © Oliver Berg/dpa

Titelfoto: Tobias Hase dpa/lby

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