Dunkler Karnevalsstart in Köln: Ein Toter, 14 Sexualdelikte, eine Vergewaltigung

Köln / Düsseldorf - In den Karnevalshochburgen ist am Sonntag die fünfte Jahreszeit eingeläutet worden. Für die Polizei war es ein vergleichsweise ruhiger Elfter im Elften: In Köln gab es insgesamt fünf Festnahmen - im Jahr davor waren es noch zehnmal so viele. Zudem wurden 14 Sexualdelikte angezeigt, davon eine Vergewaltigung.

Ein Mann mit böser Clownsmaske. (Symbolbild)
Ein Mann mit böser Clownsmaske. (Symbolbild)  © 123RF

Ein Tatverdächtiger sei festgenommen worden, sagte eine Sprecherin der Polizei am Montagmorgen.

Auch für die Kölner Feuerwehr gab es weniger Einsätze. Insgesamt mussten die Rettungswagen 755 Mal ausrücken. 2017 hatte es am Karnevalsauftakt noch 1085 Einsätze gegeben.

Die Feuerwehr führt den Rückgang vor allem auf den Ausbau des Sanitätsdienstes zurück. In den Veranstaltungsbereichen waren der Malteser Hilfsdienst, die Johanniter Unfallhilfe und das Deutsche Rote Kreuz präsent.

Nachdem im vergangenen Jahr Sauf-Exzesse beklagt worden waren, hatte die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) verstärkte Ordnungs- und Aufklärungsmaßnahmen sowie die Ausweitung einer Glasverbotszone eingeführt.

Vorfälle wie im vergangenen Jahr seien "nicht hinnehmbar". Das Ordnungsamt führte diesmal hunderte Jugendschutzkontrollen und Präventivgespräche durch. Die Anzahl der Verstöße liegt nach Angaben der Stadt bei über 140 und damit deutlich über den Vorjahreswerten.

Der Alkoholkonsum der jugendlichen Besucher und die damit einhergehenden Auseinandersetzungen mit dem Ordnungsamt hätten sich deutlich verstärkt, berichteten die Mitarbeiter.

Mann betrunken von Zug überfahren

Das Kölner Dreigestirn: Jungfrau Catharina (l-r, Michael Everwand), Prinz Marc I. (Marc Michelske) und Bauer (Markus Meyer) stehen vor dem Dom vor dem Auftakt der Karnevalssession.
Das Kölner Dreigestirn: Jungfrau Catharina (l-r, Michael Everwand), Prinz Marc I. (Marc Michelske) und Bauer (Markus Meyer) stehen vor dem Dom vor dem Auftakt der Karnevalssession.

Am späten Abend des elften Novembers gab es einen tödlichen Vorfall: Ein 51-jähriger Kölner wurde von einem Zug erfasst und tödlich verletzt.

Ob es sich um einen Karnevalsbesucher handelte, war zunächst noch unklar. Es werde in alle Richtungen ermittelt, ein Unfall sei nicht ausgeschlossen, sagte ein Polizeisprecher.

Später teilte die Polizei mit, der Mann sei sehr wahrscheinlich betrunken von einer Karnevalsfeier auf dem Weg nach Hause gewesen.

Ein 25 Jahre alter Kölner wurde schwer verletzt, als er aus dem dritten Stock eines Hauses auf ein Vordach stürzte.

Am Heumarkt kletterte ein 22-Jähriger auf ein Gerüst und stürzte zwei Meter in die Tiefe. Er kam nach Angaben der Stadt "mit maximal mittleren Verletzungen" davon.

Die Düsseldorfer Polizei hatte nur einen Vorfall in Zusammenhang mit dem Karneval zu verzeichnen: Es habe einen Einsatz wegen einer versuchten sexuellen Belästigung gegeben, sagte eine Sprecherin am Montag. Davon abgesehen sei sehr friedlich gefeiert worden.

Die Feuerwehr meldete ebenfalls nur einen Einsatz wegen erhöhten Alkoholkonsums, das Ordnungsamt gab an, dass "alles ruhig" geblieben sei.

Die Party begann in Düsseldorf jedoch mit einer kleinen Panne: Weil eine Musikdarbietung länger dauerte als geplant, erwachte der Hoppeditz nicht pünktlich um 11.11 Uhr, sondern erst um 11.14 Uhr.

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