Was soll das? Clown posiert mit Gewehr und Gerichts-Schreiben

Hofgeismar - Wegen zwei Facebook-Fotos mit Sturmgewehr-Attrappen steht am Dienstag (9 Uhr) ein Künstler aus dem nordhessischen Hofgeismar vor dem Amtsgericht Kassel.

 Es ist zunächst nur ein Verhandlungstag in der Außenstelle des Amtsgerichts Kassel in Hofgeismar angesetzt.
Es ist zunächst nur ein Verhandlungstag in der Außenstelle des Amtsgerichts Kassel in Hofgeismar angesetzt.  © dpa/Uwe Zucchi

Der 49-jährige Artur Klose hatte zweimal mit echt aussehenden Schusswaffen und Gerichtsschreiben posiert - einmal mit Clownsperücke und -nase.

Laut Staatsanwaltschaft hatte er auf diesem Weg den Eindruck erweckt, die Waffe gegen Gericht und Staatsanwaltschaft einsetzen zu wollen.

Zudem habe er durch die echt aussehenden Attrappen einen Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgetäuscht.

Es ist zunächst nur ein Verhandlungstag in der Außenstelle des Amtsgerichts Kassel in Hofgeismar angesetzt.

Der Künstler selbst bezeichnet die Gewehre als "Performance-Werkzeug". Er war ursprünglich wegen einer Internetseite unter der Adresse "kanacken-sind-untermenschen.de" mit der Justiz in Konflikt geraten.

Er wolle damit die Zustände in der Gesellschaft zeigen, sagte Klose damals. Das Verfahren wegen Volksverhetzung wurde unmittelbar vor der Verhandlung eingestellt - zum Unmut des Künstlers. Dieser forderte eine Gerichtsverhandlung mit Freispruch.

Update, 13.26 Uhr: Künstler Klose zu Geldstrafe verurteilt

Wegen des Facebook-Fotos mit einer Sturmgewehr-Attrappe hat das Amtsgericht im nordhessischen Hofgeismar den Künstler Artur Klose zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt.

Wer sich wie der Angeklagte mit einer Waffe hinstelle und Forderungen äußere, "der droht mit dem Einsatz dieser Waffe", entschied das Gericht am Dienstag. Wegen eines zweiten ähnlichen Falls wurde Klose freigesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Künstler wies die Vorwürfe zurück, Polizeieinsätze provoziert zu haben. Er sieht seine Fotos durch die Kunstfreiheit gedeckt. Seine Intention sei gewesen, Behörden von der Strafverfolgung von Menschen abzuhalten, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit einsetzten.

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