Darum darf nicht um NSU-Opfer Halit Yozgat (†21) getrauert werden

Kassel - Die Stadt Kassel sagt die für den 6. April geplante Gedenkveranstaltung zum Todestag des NSU-Opfers Halit Yozgat ab.

Halit Yozgat (†21) war eines von sechs Opfern der NSU-Attentate (Archivbild).
Halit Yozgat (†21) war eines von sechs Opfern der NSU-Attentate (Archivbild).  © dpa/Swen Pförtner

"Sicherheitsbedenken zwingen uns leider zu diesem Schritt", erklärte Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) am Donnerstag. Grund der Absage seien mögliche Störungen, die den "Charakter und würdigen Rahmen einer Gedenkveranstaltung" massiv beeinträchtigen könnten. Die Absage erfolge im Einvernehmen mit der Familie Yozgat

Hintergrund sind antitürkische Proteste und Straftaten gegen türkische Einrichtungen in Deutschland. Am Sonntag hatte es in Kassel einen Brandanschlag auf ein türkisch-islamisches Kulturzentrum gegeben. Die Kasseler Polizei betonte, dass sie im Fall einer Gedenkveranstaltung für Yozgat die Sicherheit gewährleistet hätte. Die Absage sei Entscheidung der Stadt.

Der türkischstämmige Yozgat war in seinem Internetcafé im Kasseler Stadtteil Nord-Holland am 6. April 2006 von der rechtsextremen terroristischen Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) als vorletztes Opfer einer Mordserie erschossen worden.

Seit 2012 erinnert ein Platz in unmittelbarer Nähe des Tatortes daran. Am Gedenkstein des Halitplatzes findet jährlich eine Gedenkveranstaltung statt.


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