Männer mit Pistolen lösen Alarm in Kassel aus, doch Polizei macht lustige Entdeckung

Kassel - Mehrere Anwohner in dem Kasseler Stadtteil Kirchditmold machten am Freitagmorgen eine äußerst beunruhigende Beobachtung – und alarmierten die Polizei.

Die Männer waren dunkel gekleidet und hatten Pistolen bei sich (Symbolbild).
Die Männer waren dunkel gekleidet und hatten Pistolen bei sich (Symbolbild).  © DPA/123RF (Fotomontage)

Vier "auffallend dunkel gekleidete Männer" hantierten gegen 6.15 Uhr in Kassel auf offener Straße mit Schusswaffen, wie ein Polizeisprecher erläuterte.

Schließlich fuhren die dunklen Gestalten mit einem weißen Transporter fort.

Die von den Anwohnern alarmierte Polizei leitete umgehend eine Fahndung nach dem Wagen ein. Auch der Halter des Transporters wurde sofort ermittelt.

Als Einsatzkräfte der Polizei das gesuchte Auto schließlich stellten, machten sie jedoch eine überraschende Entdeckung.

Der ganze Vorfall hatte keinen kriminellen Hintergrund. Es handelte sich lediglich um einen Junggesellenabschied.

Die vier Männer im Alter von 24 bis 32 Jahren schilderten den Beamten, "dass sie in Kirchditmold den Bräutigam zum Auftakt seines Junggesellenabschieds 'entführt' hätten".

Die dabei benutzen Schusswaren waren zwei Softair-Pistolen, die von der Polizei sichergestellt wurden.

Junggesellenabschid in Kassel könnte teures Nachspiel haben

Die jungen Männer hatten sich bei ihrem Spaß offensichtlich überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, wie das öffentliche Auftreten von dunkel gekleideten Männern mit Waffen auf zufällige Beobachter wirken kann – insbesondere vor dem Hintergrund des erst kürzlich erfolgten Mordes an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (TAG24 berichtete).

Der Spaß mit den Softair-Pistolen könnte für die vier Männer ein teures Nachspiel haben. Die Polizei leitete ein Ordnungwidrigkeitenverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ein. Dieses könne mit einer Geldbuße von bis zu 10.000 Euro geahndet werden, sagte ein Sprecher.

Zudem "erwartet die Teilnehmer des Junggesellenabschieds nun auch eine Kostenrechnung für den Polizeieinsatz", wie es von Seiten des Polizeipräsidiums Nordhessen hieß.

Titelfoto: DPA/123RF (Fotomontage)

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