Aus Habgier: Rentnerin erstickt und ausgeraubt

Aus Geldnot brachte der Mann die Rentnerin um (Symbolbild).
Aus Geldnot brachte der Mann die Rentnerin um (Symbolbild).  © dpa/Jan Woitas

Kassel - Für den Mord an einer 74 Jahre alten Frau hat das Landgericht Kassel einen 42-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die Richter sahen es am Montag für erwiesen an, dass der Mann die ihm bekannte Frau im Kasseler Stadtteil Niederzwehren Mitte Mai 2016 erstickte. Auslöser für die Tat seien Geldprobleme des Angeklagten gewesen.

Gerade arbeitslos geworden und völlig ohne Geld sei der Mann nicht mehr in der Lage gewesen, seine Miete zu zahlen. Hilfe von Familie und Freunden habe er sich nicht anzunehmen getraut. Zu einem Gespräch mit dem Vermieter habe er sich nicht in der Lage gesehen.

Am Tattag (dem Pfingstmontag) habe der Mann von seiner Mutter auf dem Kasseler Stadtfest zwar etwas Geld zugesteckt bekommen, was jedoch nicht ausreichend gewesen sei.

Da habe er sich an sein späteres Opfer erinnert, jene 74-jährige Frau, bei welcher sein Vater früher unter anderem Gartenarbeiten übernommen hatte, meinte das Gericht. Er sei zu ihrem Haus gefahren, um sie nach Geld zu fragen. Um Arbeit mit der Aussicht auf spätere Bezahlung sei es ihm dabei weniger gegangen. Sein Ziel: möglichst sofort 300 bis 400 Euro zur Deckung der Mietschulden zu kassieren.

Beides hätte die Frau ausgeschlagen, woraufhin es zu einem Handgemenge gekommen und die Frau zu Boden gefallen sei. Sie habe geschrien, woraufhin der Angeklagte seine Hand auf ihren Mund und die Nase gedrückt habe, laut Gericht so massiv, dass sie erhebliche Verletzungen im gesamten Gesicht sowie Stauungsblutungen davon getragen hat, die letztlich zum Erstickungstod führten.

Der erhebliche Kraftaufwand zeige, dass der Angeklagte den Tod billigend in Kauf nahm. Er habe die Wohnung inklusive Arbeitszimmer samt Bankunterlagen durchsucht, Geld aus zwei Portemonnaies und eine EC-Karte mitgenommen. Ein Kissen, das zunächst als Tatwaffe in Betracht gezogen worden war, schloss das Gericht nach gerichtsmedizinischen Untersuchungen aus.

Dem Urteil waren sieben Verhandlungstage vorausgegangen. Zahlreiche Zeugen und mehrere Sachverständige waren gehört worden.

Titelfoto: dpa/Jan Woitas


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