Trauerverbot in Kassel: Polizei widerspricht Bürgermeister Geselle

Kassel - Die für Freitag angekündigte Trauerveranstaltung für das NSU-Opfer Halit Yozgat wird mehr und mehr zu einem Skandal für die Stadt Kassel und Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD).

Sie widersprechen einander: Die Polizei in Kassel und Überbürgermeister Christian Geselle (l. Archivbild).
Sie widersprechen einander: Die Polizei in Kassel und Überbürgermeister Christian Geselle (l. Archivbild).  © dpa/dpa/dpa

Die Stadt Kassel hatte die Gedenkveranstaltung für den vom Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) ermordeten Halit Yozgat am 6. April wegen "Sicherheitsbedenken" abgesagt (TAG24 berichtete). Diese Entscheidung hatte hohe Wellen geschlagen. Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) hatte deswegen scharfe Kritik geübt: "Das Signal ist eindeutig und es lautet: Wir konnten euch damals nicht schützen und wir können es auch heute nicht!", hatte der TGD-Vorsitzende Atila Karabörklü gesagt (TAG24 berichtete).

Die Kasseler Initiative "6. April" will die Gedenkveranstaltung trotz der Absage der Stadt durchführen. Vor diesem Hintergrund hat sich nun die Kasseler Polizei zu Wort gemeldet.

"Wir sind auf die lange angemeldete Veranstaltung gut vorbereitet", sagte ein Sprecher der Polizei in Kassel gegenüber der TAZ. Auf die "Sicherheitsbedenken" der Stadt Kassel angesprochen sagte der Sprecher laut TAZ weiter: "Davon wissen wir nichts. Wir haben keine."

Die Polizei steht damit im deutlichen Widerspruch zu Oberbürgermeister Christian Geselle und der Stadtverwaltung von Kassel.

Titelfoto: dpa/dpa/dpa