Tod von CDU-Mann Lübcke: Tatverdächtiger Rechtsextremist wollte Asylheim in die Luft jagen

Kassel - Nach der Verhaftung eines Tatverdächtigen im Fall des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) sind weitere brisante Details zum festgenommenen 45-Jährigen ans Licht gekommen.

Am Samstag wurde Lübcke in seinem Heimatort in Nordhessen beigesetzt.
Am Samstag wurde Lübcke in seinem Heimatort in Nordhessen beigesetzt.  © DPA

Wie die Zeit-Online am Montag mit der Berufung auf Sicherheitskreise bekannt gab, soll der Tatverdächtige bereits im Jahr 1993 im Alter von 20 Jahren ein Asylbewerberheim in Hohenstein-Steckenroth mit einer Rohrbombe angegriffen haben. Somit verdichtet sich die Annahme, dass die Tat und der Tod Lübckes einen rechtsextremistischen Hintergrund hatten.

Der geplante Anschlag auf das Asylheim war laut Zeit-Online folgendermaßen geplant: Die Rohrbombe war in einem Wagen untergebracht, der in Brand gesteckt wurde. Glücklicherweise konnte dieser noch vor der Explosion der Bombe von Bewohnern des Heimes gelöscht und somit eine Tragödie verhindert werden.

Der heute 45-Jährige, bei dem es sich um den Rechtsextremisten Stephan E. handeln soll, wurde damals zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt.

Die Festnahme des Verdächtigen in Kassel geht nach Angaben der hessischen Ermittler auf eine DNA-Spur zurück, die zu einem Treffer in einer Datenbank führte. Laut Süddeutscher Zeitung liegen über den 45-Jährigen polizeiliche Erkenntnisse über Landfriedensbruch, Körperverletzung und Waffenbesitz vor.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel soll der Mann zumindest in der Vergangenheit im Umfeld der hessischen NPD aktiv gewesen sein. Vor zehn Jahren war er demnach auch an Angriffen von Rechtsradikalen auf eine Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes am 1. Mai 2009 in Dortmund beteiligt.

Er sei damals wegen Landfriedensbruchs zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Seither sei er nicht mehr als extremistisch aufgefallen, berichtete der Spiegel unter Berufung auf Sicherheitskreise. Lübcke, der als Regierungspräsident eine Art Mittelbehörde zwischen dem Land und den Kommunen leitete, hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Kinder.

Am Samstag - dem Tag der Festnahme des Tatverdächtigen - war der 65-Jährige in seinem Heimatort in Nordhessen beigesetzt worden. Mittlerweile hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen im Fall Lübcke übernommen.

Man fand den schwer verletzten Regierungspräsidenten im Garten seines Wohnhauses.
Man fand den schwer verletzten Regierungspräsidenten im Garten seines Wohnhauses.  © DPA

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