Drama um Kater Bobby: Nach 15 Jahren wird er von Besitzern getrennt

Köln - Dies ist die Geschichte von Kater Bobby. Und vom deutschen Pflegesystem. Eine Geschichte, die traurig macht. Denn Kater Bobby wird nach 15 Jahren von seinen Besitzern getrennt, weil sie aus gesundheitlichen Gründen ins Heim ziehen müssen. Und Bobby darf nicht mit.

Kater Bobby musste jetzt ins Tierheim in Köln-Dellbrück.
Kater Bobby musste jetzt ins Tierheim in Köln-Dellbrück.  © Tierheim Köln-Dellbrück / Hemmerling

So schildert das Tierheim Köln-Dellbrück einen aktuellen Pflegefall eines neuen Tieres. Der Fall gehe auch den eigenen Mitarbeitern an die Nerven.

"15 Jahre lebte der Kater bei seinen Besitzern und jetzt sind beide so krank, dass sie in ein Heim müssen", schildert das Kölner Tierheim den Fall der beiden Besitzer und ihres geliebten Katers Bobby.

Acht Monate lang hätten die Besitzer eine passende Unterbringung gesucht, die sie beide zusammen mit dem Kater aufnimmt. Doch die Suche blieb nach Angaben des Tierheims ohne jeden Erfolg.

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Ein Mitarbeiter des Tierheims musste Kater Bobby bei den Leuten abholen, ihn nach 15 Jahren von seinen Besitzern trennen.

"Er hat immer noch einen dicken Kloß im Hals", schildert das Tierheim diesen traurigen Fall.

Ein Mitarbeiter des Tierheims bestätigte TAG24 den traurigen Fall des Katers und seiner bisherigen Besitzer: "Er wird aktuell bei uns untersucht und kann in wenigen Tagen vermittelt werden." Es habe bereits etliche Anfragen für das Tier gegeben, berichtete der Mitarbeiter am Montag.

Eine Vermittlung im Heim sei auch aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich gewesen.

Große Anteilnahme in sozialen Netzwerken

Der Fall sorgte beim Tierheim für großes Aufsehen. Auf der Facebook-Seite des Tierheims wünschen sich viele Kommentatoren ein Happy-End für Kater und Besitzer, auch wenn die Besitzer fortan in einem Pflegeheim wohnen müssen.

"Ich verstehe immer nicht, warum Haustiere zum Problem gemacht und ausgeschlossen werden. Es müsste selbstverständlich sein, dass Senioren ihre Tiere mitnehmen können, es bedeutet Lebensqualität-Steigerung", meint eine Leserin.

Eine andere Leserin hofft auf einen netten neuen Besitzer: "Ich wünsche für Bobby ein gutes Heim und Kontakt zu seinen Vorbesitzern wäre die absolute Krönung."

Das Tierheim in Köln-Dellbrück

Bereits seit mehr als 50 Jahren gibt es das Tierheim im Kölner Stadtteil Dellbrück. 23 Mitarbeiter kümmern sich um die Versorgung und Vermittlung von Haustieren. Pro Jahr werden etwa 2000 Tiere vermittelt. Als privater Verein finanziert sich das Tierheim nach eigenen Angaben durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Erbschaften.

Wer ein Tier übernehmen möchte, muss einige Dinge beachten. Neben einem persönlichem Gespräch gibt es beispielsweise bei Hunden auch einen Probespaziergang sowie einen Kontrollbesuch.

Je nach Tier fällt eine unterschiedlich hohe Schutzgebühr an, mit der die Kosten für die Unterbringung und die tierärztliche Untersuchung zum Teil gedeckt werden.

Titelfoto: Tierheim Köln-Dellbrück / Hemmerling

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