Nach jahrelanger Vertuschung und Kindermissbrauch: Kirchenskandal wird aufgearbeitet

Freiburg - Im Skandal um den jahrzehntelangen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche hat die Erzdiözese Freiburg zur Aufarbeitung eine Arbeitsgruppe eingerichtet.

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat die Kommission "Macht und Missbrauch" mit Experten ins Leben gerufen.
Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat die Kommission "Macht und Missbrauch" mit Experten ins Leben gerufen.  © DPA

Sie soll anhand von selbst ausgewählten Fällen klären, welche Strukturen zu Vertuschung und Machtmissbrauch geführt haben, wie die Diözese am Donnerstag mitteilte.

Der Gruppe "Machtmissbrauch und Aktenanalyse" gehören drei Experten an, die zuvor bei Justiz, Polizei und Sicherheitsbehörden beschäftigt waren.

Keiner von ihnen soll zuvor für eine Einrichtung der katholischen Kirche tätig gewesen sein.

Dass das Thema nach wie vor aktuell ist, zeigte ein Untersuchungsbericht am Donnerstag, der in Augsburg vorgestellt wurde (TAG24 berichtete).

Demnach wurden in einem früheren Kinderheim einer katholischen Stiftung jahrelang sexueller Missbrauch und eine von Gewalt geprägte Erziehung an der Tagesordnung.

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hatte nach Bekanntwerden der Missbrauchsstudie seiner Kirche eine Kommission "Macht und Missbrauch" mit externen Experten ins Leben gerufen.

Die Kommission hat nun die Arbeitsgruppe eingesetzt. Laut Diözese dürfen die Fachleute von allen kirchlichen Stellen im Erzbistum Akteneinsicht verlangen und auch Kirchenmitarbeiter sowie Geistliche befragen.

Wann mit ersten Ergebnissen ihrer Arbeit zu rechnen ist, war zunächst nicht bekannt.

Die Missbrauchsfälle und weitere Straftaten werfen einen großen Schatten auf die katholische Kirche. (Symbolbild)
Die Missbrauchsfälle und weitere Straftaten werfen einen großen Schatten auf die katholische Kirche. (Symbolbild)  © DPA

Titelfoto: DPA

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