Homosexuelle als Kranke bezeichnet: Erzbischof steht hinter Direktor!

Köln - Trotz umstrittener Äußerungen über Homosexualität genießt ein Priesterausbilder im Erzbistum Köln weiterhin das Vertrauen von Kardinal Rainer Maria Woelki.

Rainer Maria Woelki lebt sittsam als Erzbischof der katholischen Kirche in Köln.
Rainer Maria Woelki lebt sittsam als Erzbischof der katholischen Kirche in Köln.  © DPA

"Wir alle machen Fehler, ich auch, und es ist wichtig, dass ein einzelner Fehler nicht alles andere überschattet", teilte der Erzbischof am Montag nach einem Gespräch mit Pater Romano Christen mit. Dieser leiste "wertvolle Arbeit".

Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" hatte der Direktor einer Ausbildungsstätte des Erzbistums in Bonn vor Priesteranwärtern gesagt, Homosexualität sei "Folge einer psychologischen (Fehl)entwicklung" in Kindheit und Jugend.

Auf die Frage "Ist Homosexualität therapierbar?" gab der Ordensgeistliche demnach die Antwort: "Auch wenn sie von der Schwulen-Lobby regelrecht dämonisiert werden, gibt es Therapien und Männer, die sie erfolgreich bestanden haben."

Woelki teilte in seiner Stellungnahme vom Montag mit, dass er Homosexualität keinesfalls für eine Krankheit halte.

"Wir wollen allen Priesteramtskandidaten, ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung, zu einer vertieften Reflexion über ihre Sexualität verhelfen", versicherte er.

Christen hatte sich zuvor für seine abwertenden Aussagen entschuldigt.

Der Kölner Dom.
Der Kölner Dom.  © DPA

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