Katze in Leipzig erst nach 15 Stunden und drei Alarmierungen aus viertem Stock gerettet

Leipzig - Am späten Montagabend rückte die Leipziger Feuerwehr mit mehreren Fahrzeugen in die Pfaffendorfer Straße aus. Doch in einem der Mehrfamilienhäuser brannte es nicht. Vielmehr ging es um eine (verspätete) Tierrettung.

Eine Aufnahme vom Montagmorgen: Die Katze sitzt zusammengekauert auf dem Fenstersims einer fremden Wohnung im vierten Stock.
Eine Aufnahme vom Montagmorgen: Die Katze sitzt zusammengekauert auf dem Fenstersims einer fremden Wohnung im vierten Stock.  © privat/Robert Hanke

Seit den Morgenstunden harrte eine Perserkatze auf dem Fenstersims in der vierten Etage eines fünfstöckigen Wohnhauses aus.

Der Stubentiger war aus der Wohnung eines Mieters ausgebüchst. Seine kleine Tochter hatte versehentlich das Fenster offen gelassen, die Katze sprang auf das Fensterbrett und gelangte nach draußen.

In luftiger Höhe balancierte sich die Samtpfote laut Zeugenaussagen über den schmalen Metallsims von Fenster zu Fenster, setzte sich dann vor die Scheibe eines anderen Mieters. Problem: Dieser war den ganzen Tag nicht zu Hause, konnte die Katze nicht ins Innere holen.

Der Besitzer des Vierbeiners versuchte anschließend vergeblich, sein Haustier zurück in seine Wohnung zu locken. Sturköpfig legte sich die Rassekatze auf den fremden Fenstersims und dachte gar nicht daran, zurück in die heimischen vier Wände zu kommen.

Feuerwehr rückt erst nach drittem Alarm aus

Die Rettung folgte erst am späten Abend gegen 23 Uhr: Per Drehleiter wurde das Tier aus seiner misslichen Situation befreit.
Die Rettung folgte erst am späten Abend gegen 23 Uhr: Per Drehleiter wurde das Tier aus seiner misslichen Situation befreit.  © privat/Robert Hanke

Um 8.29 Uhr alarmierte der Mann erstmals die Feuerwehr. Die sahen jedoch zunächst keinen Grund, aktiv zu werden und rückten nicht aus. Es bestünde keine Gefahr für Leib und Leben eines Menschen, wurde dem Katzenhalter am Telefon entgegnet.

Da sich das Tier aber auch nach über sechs Stunden noch nicht vom Fleck rührte, rief der unruhige Mieter erneut den Notruf. Das war um 15.16 Uhr. Erneut entschied sich die Rettungsleitstelle, ihre Kräfte nicht zur Adresse im Zentrum zu schicken.

Aller guten Dinge sind drei, dachte sich der Halter. Und sollte um 22.53 Uhr endlich Erfolg haben. Mit zwei Fahrzeugen, darunter einem mit Drehleiter, kamen die Kameraden in der Dunkelheit in die Pfaffendorfer Straße gefahren. Zwei Kräfte stiegen in den Korb, fuhren an der Außenfassade nach oben.

Dort machte die Katze große Augen, schien äußerst irritiert ob ihrer Retter, versuchte an der Wand hinaufzuklettern. Doch die Kameraden agierten besonnen, beruhigten den Stubentiger, verhinderten seinen Absturz und sperrten ihn in eine Transportbox. Unten angekommen wurde er seinem Halter übergeben, der seinen Liebling nach knapp 15 Stunden endlich wieder im Arm halten konnte.

Feuerwehr untermauert ihr Vorgehen

Als das flüchtige Tier mitbekommt, dass es eingefangen werden soll, versucht es, am Fenster hinaufzuklettern.
Als das flüchtige Tier mitbekommt, dass es eingefangen werden soll, versucht es, am Fenster hinaufzuklettern.  © privat/Robert Hanke

Doch wieso reagierte die Feuerwehr erst auf den dritten Notruf?

"Zunächst raten wir den Menschen, ihr Tier mit Futter zu locken", beschrieb ein Sprecher der Rettungsleitstelle auf TAG24-Nachfrage die Vorgehensweise. Tagsüber wolle man seine Kräfte zudem für dringendere Notfälle - etwa einen Brand oder einen schweren Verkehrsunfall - abrufbereit haben.

Weiterhin handele es sich offensichtlich um fahrlässiges Verschulden des Mannes beziehungsweise seiner Tochter, da die Katze nur durch das offen stehen gelassene Fenster in die Gefahrensituation kam.

Im §69 des Sächsischen Gesetzes über den Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz steht dazu: "Zum Ersatz der Kosten, die der Gemeinde durch einen Einsatz der Feuerwehr entstehen, ist der Verursacher verpflichtet, wenn er die Gefahr oder den Schaden vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt hat."

Ob der Mann die Kosten für den Einsatz jetzt tatsächlich tragen muss und wie hoch diese sind, ist noch unklar.

Happy End nach 15 Stunden: Die Perserkatze ist wohlbehalten am Boden angekommen.
Happy End nach 15 Stunden: Die Perserkatze ist wohlbehalten am Boden angekommen.  © privat/Robert Hanke

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