Kaufkraftverlust in Deutschland nimmt zu

Deutschland - Dass der Deutsche gerne mal etwas Geld auf die hohe Kante legt, ist unlängst bekannt. Doch trotzdem steigt der Kaufkraftverlust in Deutschland immer weiter, was im Umkehrschluss der nationalen Wirtschaft schadet.

Gründe für diese negative Entwicklung sind nicht zuletzt die Inflation und die globale Vernetzung von Märkten.

Die Sparer in Deutschland haben an Kaufkraft eingebüßt.
Die Sparer in Deutschland haben an Kaufkraft eingebüßt.  © Pixabay

Der Begriff „Inflation“ klingt für viele Menschen relativ abstrakt, beeinträchtigt jedoch Privatpersonen, den Staat und sämtliche Unternehmen anhand ihres Ausgabe- oder Sparverhaltens, denn sie bewirkt einen Kaufkraftverlust.

Im Klartext: Die Inflation beschreibt die Teuerungsrate von Gütern, Waren und Dienstleistungen.

Die europäische Zentralbank (EZB) hat als Ziel der Preisniveaustabilität eine jährliche Inflationsrate von zwei Prozent festgelegt. Um dieses Ziel von Jahr zu Jahr zu erreichen, versucht die EZB mit ihren geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen die angestrebte Stabilität zu regulieren.

Kaufkraftverlust durch Preissteigerung

Da Zinsen als Preis des Geldes einen nicht ganz unerheblichen Einfluss auf Inflationsraten haben, stellt sich die Frage, wie eine Preissteigerung im Gegenzug Einfluss auf das Sparverhalten und somit auf die reale Kaufkraft der Konsumenten nimmt.

Angenommen ein Betrag von 500.000 Euro soll vermeintlich risikolos angelegt werden, kann ein Investor derzeit lediglich einen Zinsertrag von maximal null Prozent erwarten. Die Einschränkungen auf den vorgenannten Maximalertrag muss angebracht werden, da die Einlagenfazilität, zu der Banken Gelder bei der EZB anlegen, derzeit mit -0,4 Prozent negativ rentiert.

Hinterlegt eine Bank einen entsprechenden Betrag bei der Zentralbank der Eurozone, muss sie zeitgleich einen weiteren Zinsverlust akzeptieren. Diese Zinsverluste werden von einigen Banken an Sparer weitergeben, weshalb selbst eine Nullverzinsung derzeit nicht selbstverständlich ist.

Das Beispiel der Geldanlage von 500.00 Euro ohne Rendite unterliegt jedoch dem Kaufkraftverlust der jährlichen Inflationsrate – aktuell 1,6 Prozent. Angenommen, der Zins bleibt die nächsten drei Jahre auf dem derzeitigen Niveau, kann der Anleger nach diesem Zeitraum nur noch über einen inflationsbereinigten, realen Wert in Höhe von 476.748 Euro verfügen und muss einen Verlust von 23.252 Euro akzeptieren. Wird dieses Beispiel weitergeführt, erhöht sich der kalkulatorische Verlust.

Zahlen senden eindeutige Signale

Finanzieller Verlust ist immer ein abschreckender Faktor und mündet in aggressivem Sparverhalten, was das Konsumverhalten stark beeinträchtigt. Auch wenn es auf der Habenseite eher eine kontraproduktive Auswirkung auf Wirtschaft und Privatperson nach sich zieht.

Laut dem Realzinsradar von Tagesgeldvergleich.net lag der Kaufkraftverlust allein im Februar 2019 bei 2.558,04 Millionen Euro. Insgesamt summiert sich der tatsächliche Kaufkraftverlust seit Januar 2011 auf rund 117 Milliarden Euro. Sparer müssen durch die Bestimmungen der jährlichen Inflationsrate und des daraus resultierenden Zinssatzes Einbußen hinnehmen. Die Konsequenz ist der steigende Kaufkraftverlust in Deutschland.

Wie ist der Kaufkrafterhalt möglich?

Um die derzeitige Kaufkraft des angelegten Betrags zu erhalten, ist mindestens eine Nachsteuerrendite in Höhe der Inflationsrate nötig. Unter Berücksichtigung von 25 Prozent Abgeltungssteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent ist eine Vorsteuerrendite in Höhe von etwa 2,31 Prozent nötig, ohne einen realen Mehrwert zu generieren. Unterliegt der Anleger zudem der Kirchensteuer, steigt die Anforderung an die Höhe der Vorsteuerrendite weiter.

Unter Ausschluss der Berücksichtigung einer Konfessionszugehörigkeit und unter Annahme der thematisierten Steuerbelastung ist die Realisierung einer Anlagerendite von 2,31 % jährlich ausschließlich unter Inkaufnahme entsprechender Investitionsrisiken möglich.


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