Kaum drauf, schon kaputt? Lärmschutzdeckel auf der A7 bröckelt

Hamburg - Der Lärmschutzdeckel an der A7 in Hamburg-Stellingen wurde vor nicht einmal drei Wochen in Betrieb genommen, schon gibt es erste Probleme.

Bauarbeiter filmten das erste Fahrzeug, das durch die erste Röhre des Lärmschutzdeckels Schnelsen an der A7 in Richtung Süden fuhr.
Bauarbeiter filmten das erste Fahrzeug, das durch die erste Röhre des Lärmschutzdeckels Schnelsen an der A7 in Richtung Süden fuhr.  © DPA

Über 40 Jahre verlief die Autobahn lärmend in unmittelbarer Nähe zu den Anwohnern an der A7 in Stellingen.

Mit dem neuen Lärmschutzdeckel (TAG24 berichtete) sollte eigentlich heißen: endlich Ruhe für die Anwohner. Doch stattdessen gab es Stress für die Autofahrer.

Am Mittwoch vermieste der neue Lärmschutzdeckel einigen Autofahrern auf der darunter verlaufenden Fahrbahn die Durchfahrt gehörig!

Im neuen Tunnel in Stellingen baumelte erst ein Kabel aus der Decke, dann fielen plötzlich Betonteile von der Decke, berichtet die Bild. Die Teile hätten sogar ein Auto getroffen und beschädigt.

Die Folge: Kaum eröffnet, musste die A7 schon wieder kurzzeitig gesperrt werden. Inzwischen scheint der Verkehr aber wieder zu fließen – hoffentlich ohne weitere Zwischenfälle.

Ein Lichtblick: 2020 soll die nächste Röhre fertig sein. Ein dritter, gut zwei Kilometer langer Tunnel soll bis 2025 in Altona entstehen. Außerdem soll das Dach des Tunnels begrünt werden.

Schallschutzwände sind hinter der ersten Röhre des Lärmschutzdeckels Schnelsen an der A7 in Richtung Süden zu sehen.
Schallschutzwände sind hinter der ersten Röhre des Lärmschutzdeckels Schnelsen an der A7 in Richtung Süden zu sehen.  © DPA

Update, 12.30 Uhr: Deshalb kam es zur Panne im Lärmschutztunnel

Für die Kabelpanne vor dem Lärmschutztunnel an der A7 in Hamburg-Stellingen ist nach Auskunft der Verkehrsbehörde ein privater Telefonanbieter verantwortlich.

Es habe keine Schäden an dem neuen Tunnelbauwerk gegeben, betonte Verkehrskoordinator Christian Merl am Donnerstag. Der Telefonanbieter habe am Mittwoch ein Glasfaserkabel durch ein Leerrohr unter der Brücke Kieler Straße geschoben. Das Kabel sei dabei durch eine Lücke nach unten auf die Autobahn vor dem südlichen Tunnelportal geglitten. Dabei seien auch kleine Steinchen aus der Öffnung gefallen. Nach Angaben der Polizei vom Mittwoch wurde ein Fahrzeug beschädigt.

Die Tunnelbetriebszentrale habe die Autobahn im Bereich des Portals sofort gesperrt, sagte Merl. Nach dem Zurückziehen des Kabels konnte der Verkehr wieder freigegeben werden.

Die Verkehrsbehörde prüft nun, warum das Unternehmen die Arbeiten am Feiertag durchführen ließ und wie es zu der Panne kommen konnte.

Die Brücke der Kieler Straße wurde in den 70er Jahren gebaut und ist den Angaben zufolge kein Teil des Lärmschutzdeckels. Die knapp 900 Meter lange Tunnelröhre war Mitte April für den Verkehr freigegeben worden.

Titelfoto: DPA

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