"Kehraus" in Kliniken: Wer kann, ist Weihnachten zu Hause!

Auf der Intensivstation werden Patienten mit lebensbedrohlichen Krankheiten oder Verletzungen behandelt - auch zu Weihnachten.
Auf der Intensivstation werden Patienten mit lebensbedrohlichen Krankheiten oder Verletzungen behandelt - auch zu Weihnachten.

Dresden - Alle Jahre wieder veranstalten die Krankenhäuser ihren weihnachtlichen "Kehraus". Wer gesund ist, bekommt seinen Entlassungsschein und darf zur Familie untern Tannenbaum.

Das Personal muss entlastet werden. Notoperiert wird aber trotzdem.

Fette Weihnachtsgänse, süße Desserts und viel zu viele Schnäpse - Koliken sind einer der Gründe, warum die Ärzte in Bereitschaft an Heiligabend wieder einiges zu tun haben werden.

Das Städtische Klinikum Dresden hat deshalb die Dienste in den Notfallambulanzen ebenso wie in der Gerontopsychiatrie verstärkt. Pflegedirektorin Petra Vitzthum (56): "Bei älteren, oft einsamen Menschen können psychische Erkrankungen zunehmen." Einige lassen sich freiwillig einweisen.

In der Chirurgie und Inneren Medizin wird hingegen je eine Station geschlossen, da die Auslastung zwischen den Jahren sinkt. "Viele Patienten möchten Weihnachten heim. Manchmal lässt sich das einrichten, aber nicht immer. Das entscheiden die Ärzte."

Prof. Jürgen Weitz: "Einen richtigen Kehraus gibt es nicht. Viele Eingriffe lassen sich planen."
Prof. Jürgen Weitz: "Einen richtigen Kehraus gibt es nicht. Viele Eingriffe lassen sich planen."  © PR/Thomas Albrecht

Zumindest planmäßig finden zum Christfest weder Operationen statt noch werden Patienten zur Behandlung bestellt.

Auch am Dredner Universitätsklinikum Carl Gustav Carus tragen die Schwestern zwischen dem 24. und 26. Dezember keine Termine ins OP-Buch ein. Prof. Jürgen Weitz (51), Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie: "Einen richtigen Kehraus gibt es nicht.

Viele Eingriffe lassen sich planen." So komme es beispielsweise bei einer Operation an der Gallenblase, Schilddrüse oder Hernie (bei Leistenbruch) nicht auf eine Woche an. Akut-Patienten werden aber sofort behandelt, wenn es sein muss auch Heiligabend.

"Wir sind auf alles vorbereitet." Obschon die Auslastung auch im Uni-Klinikum über Weihnachten geringer ausfällt, werden dennoch keine Funktionen reduziert.

Im Gegensatz dazu ist die Klinik für Augenheilkunde im Klinikum Chemnitz über die Feiertage zu. Oberarzt Dr. Patrick Straßburger: "Wir operieren nur bis Freitag." Von Sonnabend bis 26. Dezember kümmert sich der kassenärztliche Notfalldienst um die Akut-Patienten.

Und natürlich arbeitet auch die zentrale Notaufnahme in der normalen Besetzung weiter.


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