Wegen schlechter Luft: Kein Schießtraining für 1700 Polizisten

Die meisten Berliner Schießbahnen sind in einem so schlechten Zustand, dass sie nicht fürs Training genutzt werden können.
Die meisten Berliner Schießbahnen sind in einem so schlechten Zustand, dass sie nicht fürs Training genutzt werden können.  © DPA

Berlin – Mehr als 1670 Berliner Polizisten konnten wegen der Schadstoffbelastungen in den Schießständen das vorgeschriebene Training mit der Pistole im vergangenen Jahr nicht absolvieren.

Das geht aus einer Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Schreiber hervor. Im Vorjahr 2015 waren es 763 Polizisten, die im Verzug mit ihrem Schießtraining waren.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 11.000 Einheiten des Schießtrainings absolviert, hieß es. Das waren deutlich weniger als 2015, als es knapp 13.300 Einheiten waren.

In der Vergangenheit stellte man immer wieder Schadstoffbelastungen in den Schießständen fest – aus Rückständen des Schießpulvers wegen schlechter Belüftung oder aus asbestbelasteten Baustoffen.

Berliner Polizeischüler beim Schießtraining.
Berliner Polizeischüler beim Schießtraining.  © DPA

Schießtrainer, die viel Zeit in den Trainingsanlagen verbringen, beklagten sich. Eine Studie soll nun klären, ob es gesundheitliche Folgen gibt.

Die Polizei kann derzeit laut Senatsinnenverwaltung nur 17 von rund 70 Schießbahnen nutzen. Zum Teil weicht sie nach Brandenburg aus.

Wegen der Probleme mit schadstoffbelasteten Schießständen hatte der Senat im Februar angekündigt, zügig vier neue Trainingsanlagen bauen lassen.

Sie sollen nach dem Baukastenprinzip (modulare Bauweise) errichtet werden. Die Schießstände in Charlottenburg, Marzahn und Reinickendorf sollen im kommenden Jahr in Betrieb gehen.

Titelfoto: DPA


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