Keine BER-Erweiterung: SPD will Flugverkehr in Berlin einfrieren

Sollte er irgendwann eröffnet werden, wird der BER schon zu klein sein.
Sollte er irgendwann eröffnet werden, wird der BER schon zu klein sein.  © DPA

Berlin – Wenn der BER irgendwann öffnet, wird er schon zu klein sein. SPD-Politiker wehren sich trotzdem gegen weitere Ausbaupläne. Der Flugverkehr soll sich der Stadt anpassen, nicht andersrum.

In der Berliner SPD kommen Zweifel an einem Ausbau des künftigen Hauptstadtflughafens BER auf. In einem Antrag für den Parteitag am 20. Mai fordert ein Fachausschuss, den Flugverkehr in der Hauptstadt auf dem heutigen Stand einzufrieren. Die Flüge von und nach Berlin müssten an die vorhandenen Kapazitäten angepasst werden und nicht umgekehrt.

Innerdeutsche Flugverbindungen müssten durch schnelle und preiswerte Bahnfahrten ersetzt werden. So würden neben Klima- und Umweltbelastung weitere Kostenexplosionen und wirtschaftliche Risiken für die Steuerzahler vermieden. Zuvor hatte der Tagesspiegel über den Antrag berichtet.

Der Luftverkehr an den Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel nimmt seit Jahren zu. Im vergangenen Jahr wurden 32,9 Millionen Fluggäste gezählt, für 2030 prognostizierte die Flughafengesellschaft bereits fast 47 Millionen.

Das Terminal- und Nebengebäude des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld
Das Terminal- und Nebengebäude des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld  © DPA

Der BER wurde zunächst für 27 Millionen Passagiere gebaut und soll erstmal mit nur 22 Millionen starten. Bis 2020 wird neben dem neuen BER-Abfertigungsgebäude dann ein weiteres Terminal gebaut.

Mit noch mehr Flügen ließen sich Berlins selbstgesteckte Klimaziele nicht erreichen, kritisiert der SPD-Fachausschuss Natur, Energie, Umweltschutz. Er schlägt vor, für Kurzstreckenflügen unter 600 Kilometern auf Bahn und Bus umzusteigen. Die Start- und Landegebühren sollten überprüft, finanzielle Anreize für den Flugverkehr gestrichen und das Nachtflugverbot verschärft werden.

Die Opposition kritisierte den Vorstoß scharf. "Wer ernsthaft dem Luftverkehr aus ideologischen Gründen Stillstand verordnen will, ist eine Gefahr für unsere Stadt", erklärte FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja.

CDU-Fraktionschef Florian Graf reagierte ironisch: "Während die ganze Welt mobiler und leistungsfähiger wird, sollen die Berliner mit dem Fahrrad um die Welt." Die SPD habe sich weit von der Lebensrealität der Berliner entfernt und schade auch dem Wirtschaftsstandort.

Titelfoto: DPA


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