Doch keine Freiheit mit Kopftuch? Gut gemeinte Aktion geht schief

USA - Der sogenannte "Welt-Kopftuch-Tag" wurde von Nazma Khan ins Leben gerufen. Sie selbst will damit zeigen, dass eine Vollverschleierung muslimischer Frauen keine Unterdrückung darstelle. Also startete sie die Aktion 2013 unter dem Hashtag #WorldHijabDay. Allerdings sind die Reaktionen alles andere als "freiheitlich", wie die Aktivistin nun im Internet verfolgen kann.

Nazma Khan rief "Welt-Kopftuch-Tag" ins Leben.
Nazma Khan rief "Welt-Kopftuch-Tag" ins Leben.  © Twitter

Die US-Amerikanerin startete ihren Twitter-Aufruf zum "World Hijab Day" ("Welt-Kopftuch-Tag") am 1. Februar 2013. Auch zum "World Hijab Day 2019" sollen nun Frauen weltweit auf Twitter kundtun, wie "frei ein Kopftuch mache". Es sei gar ein "Symbol der Freiheit".

Allerdings zeigen etliche Reaktionen, dass Frauen mit einem Schleier vorm Gesicht doch nicht überall frei sind. Die offenbar gut gemeinte Aktion scheint nach hinten los zu gehen.

Auf Twitter heißt es: @WorldHijabDay "Please take a selfie holding a sign with the hashtag #FreeInHijab. In caption, tell us how you are free in #hijab. #WorldHijabDay" ("Bitte nehmt ein Selfie mit Plakat und dem Hashtag #FreeInHijab auf".)

Die Verschleierung, wie sie der Islam fordert, gilt für viele als ein Symbol der Unterdrückung der Frau. Aktivistin Nazma Khan aber meint, es gibt zahlreiche Muslima, die es stolz und ohne Zwang tragen.

Die Mehrheit der Muslimas reagiert anders als erwartet

Etliche Muslimas beteiligen sich an der Aktion und teilen Selfies mit Verschleierung.
Etliche Muslimas beteiligen sich an der Aktion und teilen Selfies mit Verschleierung.  © Twitter

Etliche Muslimas beteiligen sich an der Aktion und teilen Selfies mit Verschleierung.

Allerdings: Deutlich mehr der Muslimas gehen nicht konform mit der Meinung, das Kopftuch demonstriere Freiheit.

Frauen aus Saudi-Arabien bzw. anderen arabischen Ländern erzählen, dass sie dazu gezwungen werden, sich zu verschleiern oder sich damit unterdrückt und diskriminiert fühlen. Viele laden nur anonym ihre Meinung ins Internet - aus Angst vor Folgen.

Manche melden sich anonym zu Wort, weil sie es nicht wagen, ein Foto von sich zu zeigen.

Unter dem Hashtag #WorldHijabDay ist zum Beispiel zu lesen:

  • "I’m not #FreeInHijab I forced to wear it by my parents What a life 💔" ("Ich bin nicht frei mit Hijab. Ich werde von meinen Eltern gezwungen...")
  • "It wasn’t my choice and I’m forced to wear it and if I don’t i will be killed #FreeInHijab" (Es war nicht meine Wahl, ich bin dazu gezwungen, wenn ich es nicht trage werde ich umgebracht.")
  • #FreeInHijab my mother forced me to wear the hijab by threatening me with hellfire and putting her hands over my neck, my brother threatened to send me back to saudi arabia if I ever took it off, now I am finally free" (Meine Mutter zwingt mich, das Kopftuch zu tragen, droht mit Höllenfeuer.")
  • "No, I’m not free. It wasn’t my choice, and I was forced to wear it. The hijab restricts my movement and many other things in my life. Look at this pic I can barely breath." (Der Zwang zum Kopftuch nimmt ihr den Atem. "Schaut euch dieses Bild an, ich kann kaum atmen.")
  • "I'm not free. I hate it." ("Ich bin nicht frei. Ich hasse es.")

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