Mord an Walter Lübcke: Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit deutlichen Worten

Köln - Der Mord an den Kassler Regierungspräsidenten Walter Lübcke bringt dieser Tage immer neue Erkenntnisse hervor. Nachdem nun bekannt wurde, dass der Tatverdächtige aus der rechtsextremen Szene kommen soll, wendet sich Kölns Oberbürgermeisterin Reker (62) an die Öffentlichkeit.

Henriette Reker stellt sich mit klaren Worten gegen Rechtsextremismus. (Archivbild)
Henriette Reker stellt sich mit klaren Worten gegen Rechtsextremismus. (Archivbild)  © dpa/ Rolf Vennenbernd

"Diese furchtbare Tat macht uns wieder einmal deutlich, dass die Feinde unserer offenen Gesellschaft keine Grenzen kennen", sagte Henriette Reker am Dienstagvormittag gegenüber der DPA.

Im Fall Lübcke war bekannt geworden, dass der Tatverdächtige Stephan E. einen rechtsextremistischen Hintergrund haben soll.

Sie selbst war 2015 von einem Attentäter aus dem rechtsextremen Milieu angegriffen und mit einem 30 cm langen Bowiemesser in den Hals gestochen worden. Nach einer Not-Operation lag Reker noch mehrere Tage im künstlichen Koma bevor sie nach einer Rehabilitation im November 2015 das Bürgermeisteramt antreten konnte.

Der Attentäter wurde im Juli 2016 zu einer 14-jährigen Haftstrafe verurteilt. Das Gericht war davon überzeugt, dass die Tat ein Zeichen gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung sein sollte.

Zur aktuellen Gefahr durch rechtsextremistische Taten sagte die Oberbürgermeisterin in der Mitteilung: "Die sind bis auf das Äußerste zu allem bereit. Das muss uns wachsam machen, aber nicht ängstlich. Es muss uns zusammenhalten, aber nicht zusammenschrecken lassen."

Reker beschloss ihr Statement mit den Worten: "Denjenigen, die unsere offene und freie Gesellschaft bedrohen, muss klar sein, das wir keinen Zentimeter zurückweichen. Das hat auch mich immer wieder motiviert und tut es heute mehr denn je."

2015 wurde Reker selbst Opfer eines rechtsextremistischen Attentats.
2015 wurde Reker selbst Opfer eines rechtsextremistischen Attentats.  © dpa/Federico Gambarini

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