Prost! Hier erlebt das Kellerbier ein Comeback

Kay-Uwe Jüttner (52) ist stolz: Er hat sein erstes Kellerbier gebraut.
Kay-Uwe Jüttner (52) ist stolz: Er hat sein erstes Kellerbier gebraut.

Von Ronny Licht

Chemnitz - Braustolz holt die Geschichte aus dem Keller: Die Brauer aus Kappel lassen das Keller-Bier wieder aufleben. Was kaum einer weiß: Bereits im 19. Jahrhundert war Kellerbier eine heiß begehrte Delikatesse.

Marketing-Chef Thomas Schreyer (47) hat im Archiv geblättert: „Um 1900 herum war das unfiltrierte, milde und leicht malzige Bier eine Nobelmarke.“

Doch in den Wirren des Zweiten Weltkriegs verschwand diese Sorte in der Versenkung, tauchte nur noch als Geheimtipp und zu DDR-Zeiten als „Delikat“-Bier auf.

Preis damals: 1,80 Ost-Mark pro Flasche! Jetzt machen die Brauer Ernst: Der „Kappler Haustrunk“ kommt in eigenen 9-Flaschen-Kästen in die Getränkeläden.

Für Braumeister Kay-Uwe Jüttner (52) war die Entwicklung des Haustrunks eine neue Erfahrung: „Ich braue jetzt schon mehr als 30 Jahre. Aber so eine Sorte war auch mir neu.“

Auf den historisch gehaltenen Etiketten wurde Jüttner als Zeichnung verewigt, sein Konterfei lächelt vom Flaschenhals.

Kellerbier ist einer eher seltene Spezialität. In Chemnitz haben nur noch die Braumeister aus Reichenbrand diese Sorte im Angebot. Im Vogtland halten die Bier-Experten bei „Sternquell“ die Kellerbier-Fahnen hoch!

Fotos: Sven Gleisberg


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