Mutter tötet ihre Tochter und wird freigesprochen: Nun kommt sie erneut vor Gericht

Kempten - Eine Mutter, die ihre schlafende Tochter mit einem Kissen erstickt hat, muss sich am Mittwoch (9 Uhr) vor dem Landgericht Kempten verantworten.

Ein Polizeiauto steht vor dem Land- und Amtsgericht in Kempten. Eine Mutter Nuss sich hier erneut verantworten.
Ein Polizeiauto steht vor dem Land- und Amtsgericht in Kempten. Eine Mutter Nuss sich hier erneut verantworten.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die damals 47-Jährige hatte das neunjährige Mädchen im September 2016 in Lindau am Bodensee umgebracht. Hintergrund der Familientragödie war, dass der Partner der Mutter sich selbst getötet hatte.

Daraufhin entwickelte die Frau aufgrund ihrer Depression Suizidgedanken und war der Überzeugung, die Tochter würde ihren Tod nicht verkraften. Die Mutter überlebte den Suizidversuch jedoch.

Das Landgericht Kempten sprach sie 2018 wegen ihrer psychischen Erkrankung vom Vorwurf des Totschlags frei.

Der Bundesgerichtshof hob den Freispruch auf – daher wird nun vor einer anderen Kammer neu verhandelt.

Update 12.00 Uhr Im Prozess gegen eine Mutter wegen des mutmaßlichen Totschlags an ihrer neunjährigen Tochter hat das Landgericht Kempten die Verhandlung vertagt. Für die Strafkammer komme auch eine Verurteilung wegen Mordes aus Heimtücke in Betracht, sagte der Richter am Mittwoch am Landgericht Kempten.

Die Verteidigerin der Angeklagten beantragte daraufhin, die Verhandlung auszusetzen, da sie sich wegen der veränderten Sachlage nicht genügend vorbereitet sah.

Die Beschuldigte stimmte einem neuerlichen Gutachten zu, bevor die Verhandlung fortgesetzt wird. Ein neuer Termin war zunächst nicht bekannt.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, bei der Telefonseelsorge findet Ihr rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123. Eine Beratung über das Internet ist >>hier möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findest Du >>hier, auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa


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