Alle dachten, er sei lange tot: Mann taucht 44 Jahre nach seinem Verschwinden wieder auf

Nyeri (Kenia) - Der Kenianer Samuel Wambugu (73) floh 1974 aus dem Haus seiner Familie, als er 29 Jahre alt war. Seine Verwandten hielten ihn schon seit Ewigkeiten für tot, als er am Montag nach 44 Jahren plötzlich wieder auftauchte, berichtet "Daily Nation".

Samuel Wambugu (73).
Samuel Wambugu (73).  © Twitter/Screenshot/@IamFreddyOne

Natürlich erkannten ihn nur die älteren Bewohner, als Wambugu in seinem Dorf Gitundu eintraf. Viele glaubten, dass er ein Geist sei. Seine Cousine Bilha Wahinga (50), die ihm bei seiner Rückkehr die Tür öffnete, konnte ihn nicht erkennen - sie war bei seinem Verschwinden erst sechs Jahre alt gewesen.

"Ich wollte nichts mit ihm zu tun haben, bis meine Mutter kam und ihn erkannte. Meine Mutter kannte ihn und bestätigte, dass er es wirklich ist", sagte sie. Der Polizist John Waiganjo bestätigte am Mittwoch nach einer Untersuchung, dass der verlorene Sohn tatsächlich zurückgekehrt war.

"Wir haben seinen Ausweis überprüft, ihn und seine Verwandten verhört. Sogar einige seiner Altersgenossen aus der Kindheit haben bestätigt, dass er wirklich derjenige ist und sie sehr glücklich sind, ihn zu Hause willkommen zu heißen", sagte er.

Wambugus Eltern sind schon lange tot, ebenso die meisten seiner Altersgenossen. Sein älterer Bruder starb ebenfalls, aber seine Schwester lebt noch.

Darum tauchte Samuel Wambugu wieder auf

Dorfbewohner zeigen sich beeindruckt.
Dorfbewohner zeigen sich beeindruckt.  © YoutTube/Screenshot/ NTV Kenya

Wambugu löste nach 44 Jahren endlich auf, warum er damals verschwunden und nie zurückgekehrt war: "Mein Vater heiratete eine zweite Frau und gab ihr ein größeres Stück Land als uns. Er behandelte uns schlecht und misshandelte meine Mutter. Das hat mich wütend gemacht."

Wambugu verließ seine Familie darum 1974 und lebte in einem anderen Teil von Kenia. Zwischenzeitlich musste er nach Uganda fliehen. Doch als es in dem Land zu Konflikten kam, ging er zwei Jahre später zurück nach Kenia.

Der Grund warum er nach 44 Jahren in sein Dorf zurückkehrte, war allerdings mehr als profan. Denn Wambugu hatte aus gesundheitlichen Gründen zwei Wochen in einem Krankenhaus verbringen müssen, konnte seine Behandlung jedoch nicht bezahlen.

"Ich konnte meine Rechnungen nicht bezahlen und hatte niemanden, an den ich mich wenden konnte. Ich hatte einfach das Gefühl, ich müsse nach Hause gehen", so der 73-Jährige.

Es fand sich schließlich ein Spender, der ihm tatsächlich die Rechnungen beglich. Für Wambugu hat sich seine Rückkehr nach so langer Zeit also in jedem Fall gelohnt.