Umweltsenator Kerstan zieht gegen Flüge in den Klima-Kampf

Hamburg - Alles für den Klimaschutz! Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan fordert eine Kerosin- und eine CO2-Steuer. Dadurch soll weniger Auto gefahren und weniger geflogen werden.

Umweltsenator Jens Kerstan (Bündnis 90/Die Grünen) will umweltschädlichen Verkehr teurer machen.
Umweltsenator Jens Kerstan (Bündnis 90/Die Grünen) will umweltschädlichen Verkehr teurer machen.  © dpa/Daniel Reinhardt

"Wir brauchen endlich eine Kerosinsteuer, bisher wird das Fliegen ja quasi bezuschusst, weil anders als auf Benzin oder Diesel keine Steuern erhoben werden", sagte der Grünen-Politiker dem Hamburger Abendblatt.

Die Kerosinsteuer sollte am besten europaweit angegangen werden.

"Doch wir müssen auch ernsthaft schauen, was national geht. Das würde Menschen dazu bringen, auf unnötige Flüge zu verzichten."

Zusätzlich sprach er sich für ein Verbot innerdeutscher Flüge aus. "Vorher muss aber die Bahn noch deutlich besser werden."

Zudem solle Deutschland "schnell eine sozial gerecht gestaltete CO2-Steuer einführen", sagte Kerstan.

Damit könnte eine "gute Dynamik" entwickelt werden, die CO2-Sparer belohne und Klimasünder zur Kasse bitte.

Umweltsenator fliegt mehrmals jährlich

Mit dem Flugzeug in die Karibik reisen? Das soll nach Willen des Hamburger Umweltsenators teurer werden.
Mit dem Flugzeug in die Karibik reisen? Das soll nach Willen des Hamburger Umweltsenators teurer werden.  © dpa/Philipp Laage

Kerstan selbst besitzt ein Haus auf Mallorca und fliegt dort zwei bis drei Mal im Jahr hin.

"Das ist meine persönliche Zwickmühle, ich versuche das in meiner Gesamtbilanz wieder auszugleichen soweit das geht." Deswegen sei sein Dienstwagen ein Elektroauto, fahre er ansonsten Bahn und Rad, außerdem zahle er einen CO2-Ausgleich.

"Auch über Tempolimits auf Autobahnen sollte man ernsthaft reden - und darüber, insgesamt weniger Autobahnen zu bauen."

In Hamburg sei zudem der Lärmschutz - insbesondere am Flughafen - eine dringende Maßnahme.

"Der Flughafen muss, wenn er weiter wachsen will, zusichern, dass er insgesamt nicht lauter wird", sagte Kerstan. Gleichzeitig beklagte er, dass er vor allem bei dieser Forderung derzeit auf Granit beiße.

Überhaupt liefen die Gespräche zum Lärmschutz mit dem SPD-Koalitionspartner "leider zäh und mühsam", monierte Kerstan.

Titelfoto: Montage: dpa/Philipp Laage, dpa/Daniel Reinhardt

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