Ziel 2. Bundesliga: So anders ist die Transfer-Strategie des KFC Uerdingen in diesem Sommer!

Krefeld - Neue Strategie beim KFC Uerdingen? Offenbar! Denn in diesem Sommer setzten die Verantwortlichen nicht (nur) auf teure Altstars, sondern auf junge, hungrige und entwicklungsfähige Talente.

Uerdingen setzt auch auf junge Talente: So wurde unter anderem Franck Evina (r.) vom FC Bayern München für ein Jahr ausgeliehen.
Uerdingen setzt auch auf junge Talente: So wurde unter anderem Franck Evina (r.) vom FC Bayern München für ein Jahr ausgeliehen.  © DPA

Dafür ist mit Trainer Heiko Vogel der richtige Mann am Werk. Der 43-Jährige trainierte früher die U19 sowie U23 des FC Bayern München und versteht sich auf die Ausbildung von Talenten.

So ist das veränderte Verhalten auf dem Transfermarkt auch mit ihm zu begründen.

Denn wie seine Vorgänger hatte Vogel in der letzten Spielzeit, die einer emotionalen Achterbahnfahrt glich, Probleme, aus den starken Individualisten ein echtes Team zu formen.

Deshalb geriet der KFC am Ende sogar noch in Abstiegsgefahr und hatte nach dem letzten Spieltag nur drei Punkte Vorsprung auf Abstiegsplatz 17 und den FC Energie Cottbus.

Offensichtlich haben die Krefelder aus diesem sportlichen Niedergang in der Rückrunde gelernt. Mit Jean Manuel Mbom (19, SV Werder Bremen, Leihe), Franck Evina (19, Bayern, Leihe), Christian Kinsombi (19, 1. FSV Mainz 05, ablösefrei), Hakim Guenouche (19, FC Zürich) und Keeper Philipp Bachmeier (20, FC Ingolstadt II, ablösefrei) wurden gleich fünf vielversprechende und hungrige Youngster für die kommende Saison geholt.

Dazu gesellen sich die Top-Transfers Andreas Maxsö (25, FC Zürich) und Jan Kirchhoff (28, 1. FC Magdeburg) sowie Tobias Rühle (28, SC Preußen Münster), Selim Gündüz (25, SV Darmstadt 98) und Lukas Königshofer (30, SpVgg Unterhaching), der die neue Nummer eins im Tor ist, noch einige erfahrene und namhafte Spieler.

Ein Kader voller Stars, aber tritt der KFC Uerdingen auch mit anderer Mentalität auf?

Ex-HSV-Kicker Maximilian Beister erzielte für den KFC Uerdingen in der letzten Saison elf Ligatore und bereitete drei weitere Treffer vor. Nun soll er vorm Absprung zum FC Ingolstadt 04 stehen.
Ex-HSV-Kicker Maximilian Beister erzielte für den KFC Uerdingen in der letzten Saison elf Ligatore und bereitete drei weitere Treffer vor. Nun soll er vorm Absprung zum FC Ingolstadt 04 stehen.  © DPA

Vogel sagte im Interview mit der "Westdeutschen Zeitung", dass die Kaderplanung aktuell "abgeschlossen" sei.

Wenn sich noch etwas tun würde, müssten weitere Spieler den Verein verlassen. Denn momentan stehen 28 Kicker beim KFC unter Vertrag.

Dabei haben sich in diesem Sommer bereits Kapitän Mario Erb (29, Türkgücü München), Johannes Dörfler (22, SC Paderborn 07), Christopher Schorch (30, 1. FC Saarbrücken), Oguzhan Kefkir (27, Rot-Weiß Essen), Connor Krempicki (24, MSV Duisburg), Jan Holldack und Robin Benz (beide 23, beide Bonner SC) aus Uerdingen verabschiedet.

Dazu endete die Leihe von Maurice Litka (23) , der nun bei Münster spielt. Dennis Chessa (26), Tim Schneider (21) und Samed Yesil (25) sind ebenfalls weg, ihr neuer Klub ist aber noch nicht bekannt.

Außerdem stehen die Nummer eins der vergangenen Spielzeit, René Vollath (29), und auch Top-Torjäger Maximilian Beister (28) vor dem Absprung. Letzter soll laut dem "Donaukurier" kurz vor einem Transfer zu Zweitliga-Absteiger FC Ingolstadt 04 stehen.

Dennoch hat Uerdingen auch dank des Geldes vom russischen Investor Mikhail Ponomarev wieder einen schlagkräftigen Kader beisammen. Ob Kevin Großkreutz (30), Dominic Maroh (32) oder Stefan Aigner (31) - die individuelle Klasse des KFC ist für Drittliga-Verhältnisse erneut herausragend.

Doch nur wenn es diesmal gelingt, als echte Einheit aufzutreten, kann das Ziel 2. Bundesliga erreicht werden. Vogel hat auf jeden Fall "schon einen großen Kontrast zu dem, was ich im Vergleich zur letzten Saison wahrgenommen habe" ausgemacht. "Es ist eine andere Mentalität auf dem Platz."

Dank des Geldes von Investor Mikhail Ponomarev (l.) konnte sich KFC-Trainer Heiko Vogel (l.) über zehn Neuzugänge freuen. (Bildmontage)
Dank des Geldes von Investor Mikhail Ponomarev (l.) konnte sich KFC-Trainer Heiko Vogel (l.) über zehn Neuzugänge freuen. (Bildmontage)  © DPA

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