Asyl-Antragsteller soll als Schleuser für Tod von Flüchtlingen verantwortlich sein

Kiel - Ein mutmaßlicher irakischer Schleuser muss sich vom 12. September an wegen des Todes von vier Flüchtlingen auf dem Mittelmeer vor dem Landgericht Kiel verantworten.

Ein Boot mit Flüchtlingen im Mittelmeer. (Symbolbild).
Ein Boot mit Flüchtlingen im Mittelmeer. (Symbolbild).  © DPA

Der 28-Jährige ist laut Kieler Staatsanwaltschaft mitverantwortlich für eine Schleusung von irakischen Flüchtlingen am 28. Oktober 2015 aus der Türkei nach Griechenland.

Das überladene Holzboot sank kurz nach der Abfahrt vor der türkischen Küste, wie das Landgericht am Mittwoch mitteilte. An Bord sollen mehrere hundert Menschen gewesen sein. Dabei kamen vier mutmaßlich vom Angeklagten geschleuste Flüchtlinge ums Leben, darunter drei Kinder.

Für die Schleusungen soll der Angeklagte einen fünfstelligen Betrag in Euro erhalten haben.

Nach der Festnahme des mutmaßlichen Schleusers in Strande bei Kiel war im Oktober gegen den Iraker Haftbefehl erlassen worden. Er bestritt die Vorwürfe damals. Im Oktober hatte es zunächst geheißen, er solle für den Tod von 54 Flüchtlingen im Mittelmeer verantwortlich sein.

Der Angeklagte war Ende 2015 nach Deutschland gekommen. Er beantragte Asyl und lebte mit Frau und Kind in Schleswig-Holstein. Ihm droht wegen des Einschleusens mit Todesfolge eine Mindeststrafe von drei Jahren.

Für den Prozess sind zunächst sieben Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte Ende Oktober fallen.


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