Segler knacken Rekord auf Kieler Woche

Kiel - So viele Segler wie nie zuvor, Wind und auch Sonne: Mehr als drei Millionen Menschen haben in diesem Jahr die Kieler Woche besucht.

Segler der 470er-Klasse sind bei einer Wettfahrt im Rahmen der Kieler Woche auf der Förde vor Schilksee auf Kurs.
Segler der 470er-Klasse sind bei einer Wettfahrt im Rahmen der Kieler Woche auf der Förde vor Schilksee auf Kurs.  © dpa/Carsten Rehder

Das seien in etwa so viele Gäste gewesen wie 2017, sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) am Sonntag. Die Mischung aus Tradition und Moderne sei gut angekommen.

Das in Kooperation mit Polizei und Feuerwehr entstandene Sicherheitskonzept sei aufgegangen, sagte Kämpfer. Dass es dadurch auf den Straßen manchmal etwas länger gedauert habe, lasse sich nicht verhindern.

Mit 400 Riesen-Sandsäcken, Beton-Absperrungen, einem Dutzend Polizeiposten und minimal erhöhter Zahl an Einsatzkräften hat die Polizei die Besucher vor möglichen Anschlägen geschützt.

Die Beamten bewältigten 2091 Einsätze, wovon 388 einen direkten Bezug zu dem Sommerfest hatten. Die Zahl der sogenannten Rohheitsdelikte - etwa Körperverletzungen - stieg leicht von 67 auf 73. 104 Besucher erhielten einen Platzverweis (2017: 77). "Das war insgesamt eine positive Bilanz aus polizeilicher Sicht", sagte der Kieler Polizeichef Thomas Bauchrowitz.

Zufrieden mit dem Verlauf des Sommerfests zeigte sich auch Veranstaltungsleiter Philipp Dornberger: "Wir haben so gut wie keine Kieler-Woche-Souvenirs mehr. Die sind alle weg."

Gut angenommen hätten die Besucher erstmals eingerichtete bewachte Fahrradparkplätze. Deren Auslastung habe zeitweise 80 bis 100 Prozent betragen.

Die "Roald Amundsen" führte die Windjammerparade zur Kieler Woche an.
Die "Roald Amundsen" führte die Windjammerparade zur Kieler Woche an.  © dpa/Carsten Rehder

An den Segelwettbewerben nahmen in diesem Jahr fast 5000 Sportler aus mehr als 60 Nationen teil, wie Regattaleiter Dirk Ramhorst sagte. Sie gingen vor Kiel-Schilksee mit 1950 Booten an den Start. Ein neuer Rekord!

Maritimer Höhepunkt der Kieler Festwoche war die Windjammerparade am Samstag, die nach Polizeischätzungen rund 100.000 Menschen vom Fördeufer aus oder auf den zahlreichen Booten und Jachten direkt auf dem Wasser verfolgten.

Angeführt vom deutschen Segelschiff "Roald Amundsen" schipperten bei Windstärke 5, in Böen 6 bis 7, rund 90 Traditions- und Großsegler durch die Förde, darunter auch der 117 Meter lange Viermaster "Sedov". Das Schiff gilt als größter noch fahrender Windjammer der Welt.

Zu Gast waren in Kiel auch 37 Marineschiffe aus 14 Nationen. Die weiteste Anreise hatte ein Schiff aus China.

Auf 20 Bühnen in der Innenstadt und am Wasser gab es insgesamt rund 400 größtenteils kostenlose Konzerte. Mit einem Feuerwerk über der Kieler Förde ging das Sommerfest am Sonntagabend zu Ende. Es war am 16. Juni im Beisein von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier offiziell eröffnet worden.

Im kommenden Jahr ist die 125. Kieler Woche (22. bis 30. Juni) geplant. Oberbürgermeister Kämpfer will die Qualität der Veranstaltung weiter erhöhen und "noch eine Schippe drauflegen". Noch mehr Besucher sind für ihn nicht das Ziel.

"Wir brauchen nicht weiter zu wachsen", sagte Kämpfer. "Wir sind schon das größte Sommerfest Nordeuropas und die größte Segelsportveranstaltung der Welt."

Titelfoto: dpa/Carsten Rehder


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