Baby missbraucht und im Drogenrausch getötet: Elf Jahre Jugendstrafe gefordert!

Kiel - Der Anblick hatte selbst erfahrene Einsatzkräfte geschockt. Ein 19-Jähriger hatte sich im April 2018 in Kiel brutal an seiner vier Wochen alten Tochter vergangen und sie anschließend mit wuchtigen Schlägen gegen den Kopf getötet.

Der Vater missbrauchte erst seine vier Wochen alte Tochter, dann schlug er sie tot.
Der Vater missbrauchte erst seine vier Wochen alte Tochter, dann schlug er sie tot.  © DPA

Nun steht der Mann vor Gericht, die Staatsanwaltschaft fordert eine lange Jugendstrafe.

Elf Jahre und die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik beantragte die Anklägerin vor dem Kieler Landgericht - für eine Tat, die nicht nur die Angehörigen, sondern auch die Einsatzkräfte an den Rand des Erträglichen brachte.

"Mord sowie schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch einer Schutzbefohlenen, Vergewaltigung und Beischlaf unter Verwandten, fasste die Anklägerin des Tatgeschehen nach Angaben eines Gerichtssprechers juristisch zusammen.

Um die Persönlichkeitsrechte des Angeklagten und aller Betroffenen zu schützen, ist die Öffentlichkeit während der Plädoyers ausgeschlossen - ebenso wie schon während der Beweisaufnahme.

Der 19-Jährige verging sich der Anklage nach im April 2018 in einer Kieler Dachwohnung brutal an seiner kleinen Tochter und tötete sie anschließend mit wuchtigen Schlägen gegen den Kopf.

Der Prozess wird vor dem Kieler Landgericht verhandelt.
Der Prozess wird vor dem Kieler Landgericht verhandelt.  © DPA

Er stand dabei unter Alkohol und bewusstseinsverändernden Drogen. Das Kind starb an einem schweren Schädel-Hirn-Trauma.

Die im selben Haus lebende Mutter des Angeklagten und die damals 18-jährige Mutter des kleinen Mädchens konnten den Tod des Babys laut Anklage nicht verhindern.

Als der 19-Jährige nackt und im Drogenrausch nach Hause gekommen sei, habe er seine Lebensgefährtin angeherrscht, das Dachzimmer sofort zu verlassen und die kleine Tochter zurückzulassen.

Sie bat die Mutter des Täters um Hilfe, doch auch sie konnte ihren Sohn nicht mehr stoppen.

Als Motive des Verbrechens nannte die Staatsanwältin Frust und Wut des Angeklagten über seine Lebenssituation und eine mangelnde Lebensperspektive. Zudem soll er sich daran gestört haben, dass sich seine Lebensgefährtin nach der Geburt fast nur noch um die Tochter gekümmert habe.

Die Nebenklage schloss sich der Staatsanwältin an, wie der Gerichtssprecher mitteilte. Allerdings beantragte sie eine höhere Jugendstrafe von zwölfeinhalb Jahren. Die Verteidigung soll am Freitag plädieren. Das Urteil wird voraussichtlich am 25. Februar verkündet. Dann ist die Öffentlichkeit wieder zugelassen.

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