38.000 Pistolen illegal geliefert: Sig Sauer wehrt sich gegen Millionen-Zahlung

Kiel - Die Waffenfirma Sig Sauer aus Eckernförde wehrt sich gegen eine drohende Zahlung in Höhe von 7,4 Millionen Euro für Pistolenlieferungen über die USA nach Kolumbien.

Ein Mann präsentiert auf einer Messe Waffen von Sig Sauer.
Ein Mann präsentiert auf einer Messe Waffen von Sig Sauer.  © DPA

Der Rechtsanwalt des Unternehmens stellte am Dienstag vor dem Kieler Landgericht einen entsprechenden Beweisantrag zur sogenannten Gewinnabschöpfung. Die Sig Sauer GmbH & Co. KG sei von einer Vorgängergesellschaft "nichts übertragen worden, was diesem Wert entspricht", sagte der Jurist am Rande der Verhandlung.

Über den Antrag hat das Gericht noch nicht entschieden. In dem Prozess müssen sich drei ehemalige Manager der Waffenfirma Sig Sauer Eckernförde verantworten.

Den Angeklagten drohen Bewährungsstrafen von bis zu einem Jahr und zehn Monaten. Staatsanwaltschaft, Verteidiger und das Landgericht Kiel hatten sich Ende Februar auf entsprechende Strafrahmen verständigt. Im Gegenzug legten die drei Angeklagten durch ihre Anwälte vor der 3. Großen Strafkammer Geständnisse ab.

Der Manager der US-Schwester des Waffenherstellers soll eine Bewährungsstrafe von bis zu einem Jahr und zehn Monaten erhalten. Im Raum steht zudem eine Geldstrafe von bis zu 900.000 Euro.

Die Manager von Sig Sauer (3. und 4. von links) stehen vor dem Kieler Landgericht.
Die Manager von Sig Sauer (3. und 4. von links) stehen vor dem Kieler Landgericht.  © DPA

Einen weiteren Ex-Manager erwartet eine Bewährungsstrafe von bis zu elf Monaten sowie eine Geldauflage von bis zu 900.000 Euro. Der dritte Angeklagte soll eine Bewährungsstrafe von bis zu elf Monaten und eine Geldstrafe von bis zu 90.000 Euro bekommen.

Laut Anklage sollen die Männer für die Lieferung von mehr als 47.000 Pistolen vom Typ SP 2022 aus Deutschland in die USA zwischen April 2009 und April 2011 verantwortlich sein. Von diesen Waffen wurden mehr als 38.000 nach Kolumbien weiterverkauft - Verkaufswert mehr als 16 Millionen US-Dollar (umgerechnet damals gut 11 Millionen Euro).

Möglicherweise könnten am Dienstagabend nach der Entscheidung über den Antrag des Juristen noch die Plädoyers gehalten werden. Ein Urteil des Landgerichts wäre dann am Mittwoch möglich.


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