"Risiko des Missbrauchs": AfD will Kinder-Spiel verbieten

Kiel – Der Landtag kommt am Freitag um 10 Uhr zu seiner letzten Sitzung in diesem Jahr zusammen. Die Abgeordneten befassen sich unter anderem mit dem umstrittenen pädagogischen Spiel "Original Play".

Ein Mädchen spielt in einer Kita mit bunten Bechern und Bauklötzen.
Ein Mädchen spielt in einer Kita mit bunten Bechern und Bauklötzen.  © Uwe Anspach/dpa

Die AfD fordert, das Spiel, bei dem sich Erwachsene in engem Körperkontakt mit Kindern im Kindergarten balgen, zu verbieten. Es bestehe das Risiko des Missbrauchs, sagte der AfD-Abgeordnete Frank Brodehl.

Die Regierungsfraktionen von CDU, Grünen und FDP haben einen eigenen Antrag eingebracht. Darin fordern sie den Landtag auf, sich gegen das Konzept des "Original Play" auszusprechen.

Das Landesjugendamt hatte im November alle Träger von Kitas und Jugendhilfeeinrichtungen über die ablehnende Einschätzung der Landesregierung informiert.

Das Landesjugendamt kam zu dem Schluss, dass ein pädagogischer Mehrwert nicht gesehen werde, "sondern im Gegenteil die Methode unter pädagogischen Gesichtspunkten und mit Blick auf das Kindeswohl sehr kritisch zu bewerten ist".

Mehrere Bundesländer, darunter Hamburg, Bayern und Berlin, haben die Methode des Amerikaners Fred Donaldson verboten oder abgelehnt.

Bislang keine Missbrauchsfälle

Das Spiel steht in der Kritik, Kindesmissbrauch zu fördern.
Das Spiel steht in der Kritik, Kindesmissbrauch zu fördern.  © Julian Stratenschulte/dpa

Laut Antwort des Sozialministeriums auf eine Kleine Anfrage der AfD liegen der Regierung bislang keine Erkenntnisse über "Original Play"-Kurse in Kitas oder Missbrauchsfälle in Schleswig-Holstein vor.

Die Methode "Original Play" werde innerhalb der Nordkirche nicht angewandt, teilte die Nordkirche auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. "Original Play" sei in der Vergangenheit zwischen 2011 und 2018 in drei Hamburger Kitas angeboten worden.

Ein weiteres Thema der Landtagssitzung ist die Gründung einer Friesenstiftung. Ohne Aussprache soll das Gesetz hierfür in zweiter Lesung verabschiedet werden. Das Stiftungsvermögen wird 1,5 Millionen Euro betragen. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat die Stiftung für die friesische Volksgruppe als "ein wichtiges Signal ins Land» bezeichnet.

Die Stiftung sei das klarste Bekenntnis für den Schutz und dauerhaften Bestand der friesischen Volksgruppe.

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

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