Stecken Neonazis hinter der Bombendrohung gegen das Kieler Landgericht?

Kiel - Das neue Jahr ist elf Tage als und schon wieder hat es eine Bombendrohung gegen ein Landgericht in Schleswig-Holstein gegeben. Diesmal ging in Kiel ein Schreiben ein.

Das Landgericht Kiel musste wegen einer Bombendrohung evakuiert werden.
Das Landgericht Kiel musste wegen einer Bombendrohung evakuiert werden.  © DPA/Fotomontage

Wie ein Polizeisprecher sagte, ging die Bombendrohung in der Nacht zu Freitag beim Landgericht ein.

Die Führung der Behörde hatte bereits eigenständig entschieden, das Gebäude zu räumen.

Beamte seien mit Spürhunden im Landgericht unterwegs. Um die Suche zu beschleunigen, könnten weitere Riechnasen zum Einsatz kommen.

Die Polizei gehe nach eigenen Angaben aber nicht davon aus, dort eine Bombe zu finden.

Der Schützenwall wurde am Morgen stadteinwärts gesperrt. Wann die Sperrung wieder aufgehoben werden kann, ist noch unklar.

In den vergangenen Wochen hatten bereits Bombendrohungen an anderen Landgerichten in Schleswig-Holstein beschäftigt. Bei keinem der Vorfälle in Flensburg, Lübeck oder Itzehoe konnten verdächtige Gegenstände gefunden werden.

Auch gegen den Weihnachtsmarkt in Heide ging eine Drohung ein, die ohne Ergebnisse blieb.

Ein Verdächtiger wurde damals nicht ausgemacht. Ob ein Zusammenhang zwischen den Schreiben besteht, werde laut Polizei noch ausgewertet.

Zeitgleich wurden am Freitagmorgen auch die Landgerichte in Erfurt, Wiesbaden, Potsdam und Magdeburg wegen einer Bombendrohung geräumt.

Update, 13.40 Uhr:

Wie die Polizei bekannt gab, wurde der Drohbrief mit "nationalsozialistische Offensive" unterschrieben. Die Staatsschutzabteilung der Kriminalpolizei Schleswig-Holstein ermittelt.

Eine Einschätzung, wie real ein rechtsextremistischer Hintergrund sein könnte, sei bisher nicht möglich. Ob auch andere Schreiben ähnlich unterzeichnet waren wie in Kiel, war zunächst offen.

Laut Polizei Magdeburg wurde in der Mail mit einem Anschlag auf bundesweiter Ebene gedroht. Der Absender sei anonym, hieß es weiter. Das Kieler Landgericht ist inzwischen wieder zugänglich. "Der Einsatz ist beendet, es gab nichts", sagte ein Polizeisprecher.

Zuvor hatten Spürhunde den Außenbereich des Komplexes abgesucht, aber nichts Verdächtiges gefunden.

Update, 18.42 Uhr: Absender steckt hinter mehreren Drohungen

Bundesweit gab es mehrere Bombendrohungen gegen Gerichtsgebäude. Betroffen waren Gebäude in Kiel, Potsdam, Magdeburg, Erfurt, Saarbrücken, Wiesbaden und Hamburg. Überall gaben die Behörden nach Überprüfungen Entwarnung.

In mindestens vier Fällen sollen die Drohungen mit "nationalsozialistische Offensive" unterschrieben sein (TAG24 berichtete). Der Absender ist den Behörden anscheinend bereits häufiger untergekommen.

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