Attacke in Flüchtlingsheim: Mit Messer in den Rücken gestochen!

Kiel - Im Prozess um eine lebensbedrohliche Messerattacke im Flüchtlingsheim Boostedt werden am Mittwoch vor dem Kieler Landgericht die Plädoyers erwartet.

Ein Justizbeamter steht im Gerichtssaal.
Ein Justizbeamter steht im Gerichtssaal.  © DPA

Ein 33 Jahre alter Iraner muss sich wegen versuchten Totschlags verantworten.

Er soll bei einer Massenschlägerei am Rande des Weltmeisterschafts-Fußballspiels zwischen Iran und Spanien im Juni 2018 mehrfach von hinten auf einen Afghanen eingestochen haben.

Das Opfer wurde bei dem Angriff lebensbedrohlich verletzt. Der Angeklagte bestritt den Vorwurf bislang. Er hob das Tatmesser demnach nur auf und habe es von sich aus der Polizei gegeben.

Ein Zeuge sagte dagegen aus, er habe gesehen, wie der 33-Jährige gleich mehrfach zustach. Dabei sei auch er am Kinn verletzt worden.

Ein Wohnblock steht auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft in Boostedt. (Archivbild)
Ein Wohnblock steht auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft in Boostedt. (Archivbild)  © DPA

Update, 15.09 Uhr

Die Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch vier Jahre Haft für den Angeklagten gefordert. Anklagevertreterin Hanna Schmücker-Borgwardt sah es vor dem Kieler Landgericht als erwiesen an, dass der 33 Jahre alte Iraner mehrfach von hinten auf einen Afghanen einstach und einen weiteren, der ihn vom Opfer wegzog, am Kinn verletzte.

Er habe sich damit des versuchten Totschlags in minder schwerem Fall und der gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht, sagte die Staatsanwältin.

Dagegen forderte Verteidiger Markus Chilkott Freispruch. Die Angaben seines Mandanten seinen nicht widerlegbar und an den Aussagen der Belastungszeugen bestünden so gewichtige Zweifel, dass eine Verurteilung darauf nicht gestützt werden könne.

Das Urteil soll am kommenden Freitag, 11 Uhr, verkündet werden.

Titelfoto: DPA


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