Frau mit Pfahl erschlagen: Täuschte ihr Mann ein Sexualdelikt vor?

Kiel - Am Dienstag geht der Mordprozess gegen einen 48-jährigen Mann aus Schackendorf bei Bad Segeberg (Schleswig-Holstein) geht in die Schlussphase (TAG24 berichtete).

Dem 48 Jahre alte Angeklagte werden beim Auftakt des Mordprozesses die Handschellen abgenommen.
Dem 48 Jahre alte Angeklagte werden beim Auftakt des Mordprozesses die Handschellen abgenommen.  © DPA

Am Kieler Landgericht werden am Dienstag die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Nebenklage erwartet. Die Verteidigung soll erst am 15. Februar plädieren.

Die Öffentlichkeit ist nach Angaben der Gerichtspressestelle bei allen Plädoyers nicht zugelassen. Der Grund: Eine Zeugin hatte die Zuhörer zum Schutz ihrer Persönlichkeitsrechte während ihrer Aussage ausschließen lassen. Das Urteil soll dann am 26. Februar öffentlich verkündet werden.

Die Anklage gegen den 48-Jährigen lautet auf Mord aus niedrigen Beweggründen. Demnach erschlug der Mann seine Frau Anfang November 2017 nach einem Streit mit einem Zaunpfahl und täuschte ein Sexualdelikt vor.

Die 34-jährige Krankenschwester und Mutter eines inzwischen vierjährigen Sohnes starb an einem schweren Schädel-Hirn-Trauma. Der Angeklagte bestreitet den Tatvorwurf.

Demnach kommt es nach der Rückkehr aus einem Urlaub im Harz auf einem abendlichen Spaziergang zum Streit zwischen den Eheleuten, die mit dem kleinen Sohn und der Hündin unterwegs sind (TAG24 berichtete).

Als die Hündin wegläuft und seine Frau sie sucht, geht er mit dem Sohn nach Haus. Er meldet in der Nacht erst die Hündin, dann seine Frau als vermisst und sucht nach eigenen Angaben überall nach ihr - nur nicht auf dem Weg, auf dem sie sich getrennt haben.

Dorthin begibt er sich erst wieder am nächsten Morgen, in Begleitung eines Nachbarn. Beide finden laut Anklage die grausam zugerichtete Leiche.

Sein Verteidiger hatte zum Prozessauftakt nahegelegt, dass der schwerkranke Angeklagte womöglich zur Tat gar nicht fähig sei. Doch die Rechtsmedizinerin stellte klar, dass für "die Tatausführung keine besonders körperliche Konstitution" erforderlich gewesen sei.

Titelfoto: DPA

Mehr zum Thema Mord:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0