Schüsse auf A215: Jetzt redet der Angeklagte doch!

Die Prozessbeteiligten sitzen im Gerichtssaal des Landesgerichts Kiel. Hier hat der Angeklagte nun ein Statement verlesen lassen.
Die Prozessbeteiligten sitzen im Gerichtssaal des Landesgerichts Kiel. Hier hat der Angeklagte nun ein Statement verlesen lassen.  © DPA

Kiel – Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen und großem Medieninteresse ist am Landgericht Kiel der Prozess um die Schüsse auf der Autobahn 215 bei Kiel fortgesetzt worden (TAG24 berichtete). Der Angeklagte gibt sich unschuldig.

Ende Mai 2018 soll der Angeklagte auf der A215 aus einem fahrenden Auto heraus auf ein anderes Fahrzeug geschossen haben. Jetzt wird ihm versuchter Mord vorgeworfen.

In dem im Dezember begonnenen Prozess hat der Angeklagte sich vor dem Kieler Landgericht nun wider Erwarten doch geäußert.

Am ersten Prozesstag schwieg der Angeklagte nämlich, jetzt entschied er sich eine Aussage durch seinen Verteidiger verlesen zu lassen. Darin bestreitet er die Tat.

Der Angeklagte habe sich "nicht in strafrechtlich relevanter ungerechtfertigter Weise verhalten", erklärte sein Verteidiger vor dem Kieler Landgericht für seinen 39-jährigen Mandanten. Auch die "Entstehungs- oder Anstoßsituation liegt nicht in seiner Verantwortung", verlas der Verteidiger.

Der 39-Jährige muss sich dennoch weiterhin wegen versuchten Mordes und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr vor Gericht verantworten. Er soll im Mai 2018 auf Höhe der Abfahrt Bordesholm mit einer Waffe fünf bis sechs Mal auf den Fahrer eines neben ihm fahrenden Wagens geballert haben. Der Attackierte blieb allerdings unverletzt.

Das Auto des Geschädigten wurde laut Anklage von vier Schüssen getroffen, zwei Projektile blieben im Fahrzeug stecken.

Am Landgericht in Kiel wurde der Prozess um einen Porsche-Fahrer fortgesetzt, der bei voller Fahrt mit einer Schusswaffe auf der A215 auf ein anderes Auto gefeuert hat.
Am Landgericht in Kiel wurde der Prozess um einen Porsche-Fahrer fortgesetzt, der bei voller Fahrt mit einer Schusswaffe auf der A215 auf ein anderes Auto gefeuert hat.

Hintergrund der Tat soll nach früheren Polizeiangaben eine völlig eskalierte Familienfehde sein, die eher an einen irren Actionfilm als eine familiäre Auseinandersetzung erinnert (TAG24 berichtete).

Der Prozess verläuft wohl auch deshalb unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen und großem Medieninteresse.

Die Verteidigung hat schon im Vorfeld der Gerichtsverhandlung angekündigt, ihr Mandant werde "der Anklage entgegentreten", die im Wesentlichen nur auf Angaben des Geschädigten beruhe. Bei einer Verurteilung wegen versuchten Mordes drohen dem Mann bis zu 15 Jahre Haft.

Nach Darstellung der Staatsanwältin drehte der Angeklagte durch, weil er Rache für schwere Verletzungen seines Vaters nehmen wollte.

Diese sollen ihm bei einer Auseinandersetzung in Flensburg zugefügt worden sein.

Der mutmaßlich Geschädigte konnte am Montag nicht gehört werden. Er blieb dem Gericht wegen "akuter psychischer Probleme" fern, wie sein Nebenklagevertreter mittelte. Auch er wollte keine weiteren Angaben machen.

Das Verfahren wird am 18. Januar 2019 fortgesetzt.

Maschinenpistole (Symobolbild)
Maschinenpistole (Symobolbild)  © DPA

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