Erste Deutsche Landeshauptstadt ruft "Klima-Notstand" aus

Kiel - Als eine der ersten Städte in Deutschland hat auch Kiel den sogenannten Klimanotstand offiziell verkündet.

Mitglieder der Bürgerinitiative "Klimanotstand Kiel" stehen vor dem Rathaus. Die Bürgerinitiative stellte hier ihre Resolution mit Forderungen für die Landeshauptstadt Kiel zur Erklärung des Klimanotstands vor.
Mitglieder der Bürgerinitiative "Klimanotstand Kiel" stehen vor dem Rathaus. Die Bürgerinitiative stellte hier ihre Resolution mit Forderungen für die Landeshauptstadt Kiel zur Erklärung des Klimanotstands vor.  © Carsten Rehder/dpa

Die Ratsversammlung beschloss am Donnerstag einen entsprechenden Antrag, den die Kooperationspartner SPD, Grüne und FDP sowie Die Fraktion eingebracht hatten. Das sei ein starkes Signal der Landeshauptstadt für den Klimaschutz, sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne).

Die Initiatoren streben an, dass Kiel vor 2050 klimaneutral wird und damit früher als geplant. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) unterstützte das Ziel.

Kiel ist die erste Landeshauptstadt in Deutschland, die den Klimanotstand ausruft. Konstanz in Baden-Württemberg war die erste Stadt in der Bundesrepublik, die das tat. Am Mittwoch folgte Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern. In anderen Städten gibt es Aufrufe, diesen Beispielen zu folgen.

"Die Eindämmung des Klimawandels und seiner Folgen hat für uns Priorität", heißt es in dem Antrag der vier Kieler Fraktionen.

Die mehr als 250 vorgeschlagenen Maßnahmen im Masterplan Klimaschutz sollen wir weiterhin zügig umgesetzt werden.

Fahrzeuge fahren an einer Luftmessstation am Theoder-Heuss-Ring in Kiel vorbei.
Fahrzeuge fahren an einer Luftmessstation am Theoder-Heuss-Ring in Kiel vorbei.  © Daniel Friederichs/dpa

Die Stadtverwaltung solle Maßnahmen vorschlagen, die vorgezogen werden können. "Dazu werden wir bis zur nächsten Ratsversammlung Vorschläge unterbreiten", kündigte Oberbürgermeister Kämpfer an.

Mit dem Antrag der Kieler Kooperationsfraktionen sei die Bewegung "Fridays for future" in den Rathäusern angekommen.

"Mit der Entscheidung für weitgehende Maßnahmen nimmt Kiel seine Verantwortung für die international verbindlichen Klimaschutzziele wahr", sagte Minister Albrecht.

Der Bund stehe dagegen auf der Bremse. Ohne zentrale Weichenstellungen auf Bundesebene werde Deutschland seine Ziele verfehlen.

Hohe Umweltbelastungen am viel befahrenen Theodor-Heuss-Ring und die Schadstoffemissionen der Kreuzfahrtschiffe haben in Kiel das Thema Klimaschutz seit längerem stärker in den Fokus gerückt.

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