Aus diesem Grund kam Merkel zum Tag der Deutschen Einheit ausgerechnet nach Kiel

Kiel - Mit einem Festakt in Kiel erleben die zentralen Feiern zum 29. Jahrestag der Deutschen Einheit am Donnerstag ihren offiziellen Höhepunkt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Donnerstag in Kiel erwartet. (Archivbild)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Donnerstag in Kiel erwartet. (Archivbild)  © Kay Nietfeld/dpa

Mit dabei sind Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Kanzlerin Angela Merkel, Bundesratspräsident Daniel Günther und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle.

Merkel und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther (beide CDU) werden während des Festaktes Reden zum Stand der deutschen Einheit halten.

Beide Politiker hatten im Vorfeld darauf hingewiesen, dass es bei allen Fortschritten immer noch viel zu tun gebe. Günther sagte am Rande der Eröffnung des Bürgerfestes am Mittwoch, es dürfe keine Brüche zwischen Ost und West geben.

"Manche Diskussion, die man im Moment führt, hat es so in den letzten Jahren so nicht gegeben." Die Politik müsse das Thema einheitliche Lebensverhältnisse in den Griff bekommen: "Da geht kein Riss durch Deutschland in Ost und West, sondern diese Herausforderung haben wir in ganz Deutschland."

Am Donnerstag tragen sich die führenden Repräsentanten der Bundesrepublik auch in das Goldene Buch der Stadt Kiel ein. Außerdem nehmen sie an einem ökumenischen Gottesdienst teil.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) besucht in Kiel die Fregatte "Schleswig-Holstein" der deutschen Marine.

Schleswig-Holstein richtet diesmal die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit aus, weil das Land in diesem Jahr die Bundesratspräsidentschaft innehat.

Größter Polizeieinsatz des Jahres

Zuletzt hatte ein Großaufgebot der Polizei in Kiel einen Demonstrationszug von Klimaschützern gesichert.
Zuletzt hatte ein Großaufgebot der Polizei in Kiel einen Demonstrationszug von Klimaschützern gesichert.

Am Donnerstagnachmittag wird Günther den Staffelstab symbolisch an seinen Brandenburger Kollegen Dietmar Woidke (SPD) übergeben.

Seit Mittwochmittag läuft in Kiel ein zweitägiges Bürgerfest mit einem bunten Programm. Auf einer Ländermeile stellen sich alle 16 Bundesländer vor.

Auch Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung präsentieren sich. Wer am Donnerstag zum Bürgerfest nach Kiel kommen will, kann dies im Nahverkehr mit Bus und Bahn kostenlos tun. Auch für den Busverkehr in der Stadt muss nichts bezahlt werden.

Zum Schutz des Bürgerfestes und der Spitzenpolitiker sind Polizei und private Sicherheitsdienste mit Großaufgeboten präsent (TAG24 berichtete).

Es soll der größte Polizeieinsatz des Jahres werden.

Update, 9.55 Uhr

Die führenden Repräsentanten der Bundesrepublik sind inzwischen in Kiel eingetroffen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Kanzlerin Angela Merkel, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, Bundesratspräsident Daniel Günther und der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, trugen sich am Morgen im Schifffahrtsmuseum in das Goldene Buch der Stadt Kiel ein.

Dazu hatte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer extra seinen Schreibtisch in das Schifffahrtsmuseum bringen lassen.

Nach einem ökumenischen Gottesdienst werden die Spitzenpolitiker mittags am offiziellen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit teilnehmen. Dort stehen Reden von Merkel und Bundesratspräsident Daniel Günther (beide CDU) auf dem Programm.

Im Anschluss gibt Bundespräsident Steinmeier einen Empfang. Nach Angaben der Polizei lief bislang alles ruhig.

Update, 13.37 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Leistungen der Ostdeutschen bei der Überwindung der SED-Diktatur in der DDR und bei der Wiedervereinigung Deutschlands gewürdigt.

Die friedliche Revolution von 1989 sei gelungen, weil sich die Menschen "die Mündigkeit nicht mehr länger vorenthalten lassen wollten", sagte sie am Donnerstag beim zentralen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in Kiel.

Seit der Wiedervereinigung sei viel erreicht worden. Dennoch verbänden viele Ostdeutsche den Prozess heute nicht nur mit positiven Erfahrungen.

Sie verwies auf die Brüche, die viele erlebt hätten, "als auf die Last der Teilung die Wucht der Einigung folgte".

Daniel Günther (CDU, l-r), Wolfgang Schäuble (CDU), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), und Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts, an der Kieler Förde.
Daniel Günther (CDU, l-r), Wolfgang Schäuble (CDU), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), und Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts, an der Kieler Förde.  © christian cha

Update, 15.24 Uhr

Rund 300 Linke haben nach Angaben der Polizei am Rande des Festakts in Kiel demonstriert. Die Kundgebung sei friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagnachmittag.

Demonstranten hielten Transparente mit der Aufschrift "Wut verbindet - Deutschland spaltet. Klassensolidarität statt Vaterland" oder "Blühende Landschaften für alle!".

Auch vier weitere, noch kleinere Kundgebungen verliefen laut Polizei ohne Zwischenfälle.

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