Baby halb tot im Müll gefunden: Ermittler suchen Antworten

Kierspe/NRW – Nach dem gerade noch rechtzeitigen Fund eines Neugeborenen in einem zugeknoteten Müllsack im Sauerland gehen die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft weiter.

Polizei und Staatsanwaltschaft äußerten sich am Montagabend auf einer Pressekonferenz zu dem Fall.
Polizei und Staatsanwaltschaft äußerten sich am Montagabend auf einer Pressekonferenz zu dem Fall.  © DPA

Die Mutter des kleinen Mädchens, das inzwischen nicht mehr in akuter Lebensgefahr schwebt, sitzt in Untersuchungshaft in der JVA Köln. Die Ermittler wollen sie ausführlich befragen, wie sie am Montag ankündigten. Wann genau, teilten sie nicht mit.

Eine Mordkommission ermittelt derzeit wegen des Verdachts des versuchten Totschlags.

Polizisten hatten am Freitag das noch namenlose Mädchen gefunden, das dessen Mutter kurz nach der Geburt im Garten ihres Wohnhauses in Kierspe bei Lüdenscheid abgelegt haben soll.

Bei der Suche nach einem Neugeborenen hatten die Beamten einen blauen Müllsack in einem Gebüsch entdeckt, aus dem sie ein Wimmern hörten, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Montag mitgeteilt haben.

Das Baby war demnach komplett in zwei Handtücher gewickelt. Es habe etwa drei Stunden zusammen mit Hausmüll in dem Müllsack gelegen.

Nach Einschätzung der zuständigen Staatsanwaltschaft Hagen sei der Sauerstoff in der Mülltüte "mit Sicherheit bald sehr knapp" geworden. Die Körpertemperatur des Mädchens habe nur noch bei 31 Grad gelegen, als es gefunden worden sei. Es wird weiter im Krankenhaus versorgt.

Frau wollte Schwangerschaft geheim halten

Der Fundort eines neugeborenen Mädchens, das dort in einem zugeknoteten Müllsack abgelegt worden war.
Der Fundort eines neugeborenen Mädchens, das dort in einem zugeknoteten Müllsack abgelegt worden war.  © DPA

Die 31 Jahre alte Mutter habe das Ganze mit Ängsten erklärt, teilten die Ermittler zunächst mit. Sie lebe mit ihrem Verlobten und einer gemeinsamen einjährigen Tochter zusammen.

Die Frau ist bisher laut Polizei nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Es lägen auch keine Informationen vor, dass sie beim Jugendamt auffällig geworden wäre. Sie habe alles getan, um die Schwangerschaft geheim zu halten.

Der Lebenspartner sei bei den Blutungen der Frau von einem Magen-Darm-Infekt ausgegangen und habe einen Krankenwagen gerufen, obwohl sie das nicht gewollt habe.

Eine Ärztin habe gemeldet, dass es eine Geburt gegeben haben müsse. Daraufhin suchten Polizisten.

Titelfoto: Bild-Montage dpa/dpa


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