Vier Ertrunkene: Traut ihr euch noch in den Todes-See von Leuben? 

Trotz mehrerer Badetoter war die Kiesgrube auch an diesem Sonntag wieder bestens 
besucht.
Trotz mehrerer Badetoter war die Kiesgrube auch an diesem Sonntag wieder bestens besucht.  © Christian Essler

Dresden - Vier Badetote innerhalb weniger Wochen können die Dresdner nicht davon abhalten, weiterhin im Todesteich zu baden. Auch am Wochenende herrschte wieder Hochbetrieb an der Kiesgrube Leuben.

Dabei lauern tückische Gefahren in dem See, wie Experten sagen. 

Angst vor dem Teich hat auch nach den beiden jüngsten Todesfällen vor diesem Wochenende niemand. Antonio Mosczinski (50) kommt gern am arbeitsfreien Wochenende hierher: „Ich kann gut schwimmen, was sollte schon passieren.“

Conny Kleinschmidt (51) und ihre Tochter Jana (18) sehen das genauso. Außerdem: „In die Freibäder dürfen wir unseren Hund nicht mitnehmen.“ Nicole Weber (28) findet den See für Söhnchen Diego (3) geradezu ideal, wegen des flachen Wassers im Uferbereich. „Wir gehen aber nur an die Strände, nicht dorthin, wo so viel Gestrüpp ist.“





Antonio Mosczynski (50) hat keine Angst, in der Kiesgrube Leuben zu 
schwimmen.
Antonio Mosczynski (50) hat keine Angst, in der Kiesgrube Leuben zu schwimmen.  © Holm Helis

Mutig sind die Schwestern Cornelia Jähnigen (63) und Ruth Trenkner (59), die ihren gesamten Urlaub hier verbracht haben: „Wir schwimmen gern weit hinaus, es ist so herrlich naturbelassen hier.“

Dass in dem Wasseridyll Badeverbot herrscht, stößt auf Unverständnis: „Es ist mein Risiko. Die sollen die Bürger nicht entmündigen“, sagt Peter Knauf (49). Doch tatsächlich lauern in Baggerseen Gefahren, die kaum einer ahnt.

Ronny Schuldt (41), Vorsitzender des Dresdner DLRG: „Es kann zu Verrutschungen, zu Sog- und Strudelbildungen in der Kiesgrube kommen. Das ist gefährlich.“ Sein Kollege Dominic Lorenz (26) war vor ein paar Wochen bei der Bergung einer Leiche an der Leubener Kiesgrube dabei: „Auch die Zufahrt zum See ist wegen des Gestrüpps für Rettungsfahrzeuge eingeschränkt.“

Seit Jahren trotzen die Dresdner dem Verbot: 2011 waren nach ohnehin seit Jahren geltendem Badeverbot Schilder aufgestellt worden. Kiesgruben-Fans hatten diese immer wieder abgeschraubt.

Übrigens: Am Samstag gab es schon wieder einen Badetoten. Ein 64-Jähriger ertrank in einem Steinbruch im Haselbachtal (Ostsachsen). Hobbytaucher bargen die Leiche des Seniors aus elf Metern Tiefe …

Conny Kleinschmidt (51) und ihre Tochter Jana (18) kommen mit Hündin Luna (1) 
hierher. Denn Hunde sind in den Freibädern verboten.
Conny Kleinschmidt (51) und ihre Tochter Jana (18) kommen mit Hündin Luna (1) hierher. Denn Hunde sind in den Freibädern verboten.  © Holm Helis

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0