Aufruf zum Mord? Nazi-Tweet von Kika-Moderator wird Fall für Kripo

Ein Moderator des Kinderkanals löse mit seiner Twitter-Äußerung einen Shitstorm aus.
Ein Moderator des Kinderkanals löse mit seiner Twitter-Äußerung einen Shitstorm aus.  © DPA

Hamburg – Ein Tweet des KiKa-Moderators David Friedrich schlägt hohe Wellen. Viele sehen in seiner Aussage einen Aufruf zum Mord. Die Hamburger Kriminalpolizei wurde bereits eingeschaltet.

"Hass und Gewalt helfen nie. Nazis zum Beispiel. Die muss man einfach nur ganz fest umarmen. Ganz lang. Bis sie nicht mehr atmen. #quoteoftheday" schrieb Friedrich - der Iranistik und Islamwissenschaften studiert hat und an der Uni Arabisch und Persisch lernte - in seinem Twitter-Profil. Allerdings war das bereits am 17. November 2017. Lange fiel das kaum jemand auf, doch jetzt sprangen plötzlich vermeintlich "Andersdenkende" auf den Zug auf und lösten einen Shitstorm aus. Mehr als 200 Mal wurde in den letzten Tagen die Aussage kommentiert.

Auch der sächsische AfD-Mann Maximilan Krah echauffierte sich bei Twitter gegen Friedrich (moderiert unter anderem die Sendung "Der Kummerkasten"): "Hier ruft ein #Kika-Moderator zum Mord auf. Kein Witz. Wie finden Sie das, @ARD_Presse". In diese Stoßrichtung geht auch die Meinung der meisten Kommentatoren. Sie werfen Friedrich vor, "vermeintliche" Nazis töten zu wollen.

Es wird auch der Vorwurf laut, wie die öffentliche Reaktion aussähe, wenn in einem solchen Tweet andere Gruppen thematisiert würden: "Zählt dies nicht als Bedrohung bzw. Anstiftung oder darf man unter dem Mantel "quoteoftheday" solche Dinge sagen/schreiben? Wäre dies auch okay, wenn man Nazis gegen Juden, Muslime, Ausländer, Frauen oder so tauschen würde?"

Auf die Frage an die Hamburger Polizei, was sie zum Inhalt des Tweets sagt, erklärte diese ebenfalls bei Twitter: „Wir haben Ihren Hinweis an die Kriminalpolizei zur Prüfung weitergeleitet. Bitte nutzen Sie in Zukunft für Hinweise & Strafanzeigen die Online-Wache (statt Twitter).“

David Friedrich selbst hat sich in der Diskussion noch nicht wieder zu Wort gemeldet, auch die ARD hat bislang keine Stellung bezogen.


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