Killer-Bakterie zwingt Sachsen-Gärtnerei zum Kahlschlag

Stattdessen müssen die Töchter des Gärtners die Gewächshäuser bis auf den 
letzten Blumenstiel säubern und für die Desinfektion vorbereiten.
Stattdessen müssen die Töchter des Gärtners die Gewächshäuser bis auf den letzten Blumenstiel säubern und für die Desinfektion vorbereiten.  © Uwe Meinhold

Pausa - Was für ein Nackenschlag! Inmitten der Saisonvorbereitung muss eine vogtländische Gärtnerei all ihre Pflanzen mit Stumpf und Stiel vernichten. Die Anweisung kommt vom sächsischen Landesamt für Umwelt und sei alternativlos - EU-Recht werde umgesetzt. Denn erstmals in Deutschland ist das für Pflanzen tödliche Feuerbakterium aufgetaucht.

Bernd Zauge blutet das Herz. Der Gärtner aus Leidenschaft mag gar nicht mehr in die leeren Gewächshäuser blicken. Noch vor wenigen Tagen blühten hier seltene gelbe Primeln und 40.000 andere Blumen - Narzissen, Stiefmütterchen.

Jetzt musste alles in Müllcontainer verpackt und nach Leuna in eine Spezial-Verbrennungsanlage verbracht werden.

Das gefährliche Feuerbakterium war bei einer amtlichen Routine-Untersuchung eher zufällig entdeckt wurden. Es saß in einem Oleanderstrauch, den ein Kunde zum Überwintern in die Gärtnerei brachte.

Um eine Verbreitung zu unterbinden, wurde eine Zehn-Kilometer-Zone um die Gärtnerei ausgerufen. Bestimmte Pflanzen - darunter Obstbäume aus Baumschulen - dürfen das Gebiet nicht verlassen.

Nach der Desinfektion will der Familienbetrieb (acht Mitarbeiter) tapfer weiterkämpfen. Gärtnerin Zauge: "Wir geben nicht auf und hoffen auf baldige Freigabe des Amtes.“

Die Entsorgung muss die Gärtnerei aus eigener Tasche bezahlen - eine Entschädigung von Amts wegen ist gesetzlich noch nicht geregelt.

USA und Südeuropa sind schon betroffen

Das Feuerbakterium (Xylella fastidiosa) ist für Mensch und Tier ungefährlich. Es verstopft durch seine Vermehrung die Leitungsbahnen der Pflanzen und führt zum Absterben. Es wird durch Insekten übertragen und richtet im Wein- und Zitrusanbau in Amerika immer wieder große Schäden an. 2013 trat das Bakterium erstmals in Europa auf - in Süditalien mussten jetzt eine Million befallener Olivenbäume gefällt werden. Wegen der Gefahr für den sächsischen Obst- und Weinbau wurde in Pausa so radikal agiert.

© Sächsisches Landwirtschaftsministerium
Hunderte Säcke müssen in die Spezialverbrennung.
Hunderte Säcke müssen in die Spezialverbrennung.  © Uwe Meinhold
Die Pflanzenkrankheit hat die 
Gärtnerei unverschuldet und völlig überraschend heimgesucht - für eine 
Entschädigung gibt es kein Gesetz.
Die Pflanzenkrankheit hat die Gärtnerei unverschuldet und völlig überraschend heimgesucht - für eine Entschädigung gibt es kein Gesetz.

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0