Unglaublich! Kinder kassieren Anzeige, weil sie Spielzeug benutzt haben

Fehmarn - Krass! Gegen zwei junge Mädchen ermittelt die Polizei, da sie mit Hoverboards unterwegs waren.

Hoverboards sind sehr beliebt, dürfen aber nicht auf öffentlichen Straßen benutzt werden.
Hoverboards sind sehr beliebt, dürfen aber nicht auf öffentlichen Straßen benutzt werden.  © dpa/Swen Pförtner

Wie die Polizei nun mitteilte, fielen die Kinder einer Polizeistreife am Samstagnachmittag auf, als sie im Bereich der Strandallee auf der Insel Fehmarn mit den elektrischen Geräten fuhren.

Doch Hoverboards dürfen nur auf Privatgrundstücken benutzt werden. Im öffentlichen Raum dagegen nicht.

Deswegen haben die Polizisten die beiden Mädchen gestoppt und ihnen die Weiterfahrt verboten, auch "da sie nicht im Besitz der erforderlichen Führerscheinklasse 'B' sind", sagte ein Polizeisprecher.

Das war aber noch nicht alles. "Von Amts wegen" gab es außerdem eine Strafanzeige wegen "Fahren ohne Fahrerlaubnis" und des Verstoßes nach dem Pflichtversicherungsgesetz.

Da die Mädchen noch im Kindesalter sind, dürften sich die Eltern dafür verantworten müssen.

Die Polizei weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass elektrisch angetriebene Boards wie das Hoverboard und elektronischen Einräder keine Spielzeuge sind.

Da sie in der Regel mehr als 6 Kilometer pro Stunde fahren können, werden sie verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeuge - also wie Autos - eingestuft. Das bedeutet, dass Benutzer dafür einen Führerschein der Klasse "B" gemacht haben müssen.

Und die Boards brauchen eigentlich Zulassung und Versicherung. Da sie aber beispielsweise weder Bremsen, Beleuchtung noch Spiegel haben, entsprechen sie nicht der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) und erhalten keine Genehmigung zum Betrieb im öffentlichen Raum.

Ohne Zulassung gibt es aber keine vorgeschriebene Versicherung. Eine private Haftpflichtversicherung greift hier übrigens auch nicht. Bei Unfällen haftet der Verursacher mit seinem Vermögen.

Deswegen sind Hoverboards und Co. ausschließlich auf abgeschlossenen Privatgrundstücken erlaubt. Alle Straßen, Wege und (Park-)Plätze im öffentlichen Raum dürfen damit nicht befahren werden.

Das ist vielen Menschen offensichtlich nicht bewusst, werden die Geräte doch überall verkauft und beworben. Inzwischen sind sie so weit verbreitet, dass gerade in den Sommermonaten überall in den Städten fahrende Hoverboards zu sehen sind.

Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen dürfte nicht klar sein, dass sie damit Anzeigen riskieren und sie ein Unfall teuer zu stehen kommen kann.

Titelfoto: dpa/Swen Pförtner


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