Kinder treten mit T-Shirts von rechter Partei zum Sportabzeichen an

Erfurt - Aufregung um den Sportabzeichentag im Steigerwaldstadion in Erfurt! Wie der Landessportbund und der austragenden Stadtsportbund nun mitteilen, kam es dabei zu einem rechtsextremen Zwischenfall - und das nicht zum ersten Mal.

Hunderte Kinder traten an, dazwischen fielen die Shirts nicht auf. (Symbolbild)
Hunderte Kinder traten an, dazwischen fielen die Shirts nicht auf. (Symbolbild)  © DPA

In einer gemeinsamen Erklärung teilten die Sportbunde mit, dass es an dem Tag, an dem hunderte Kinder gemeinsam mit ihren Trainern das Sportabzeichen im Stadion machen konnten, zum einem unschönen Vorfall gekommen war.

So sollen drei Kinder mit T-Shirts der rechtsextremen Partei "Der dritte Weg" angetreten sein. Dies postete die Partei auf ihrer Homepage.

"Die gesellschaftliche und inhaltliche Auffassung dieser Partei entspricht in keiner Weise den Werten des organsierten Thüringer Sports", heißt es in der Mitteilung des Ausrichters und des Landessportbundes. "Daher macht es uns als Ausrichter umso mehr betroffen, dass eine Breitensportveranstaltung für solche Zwecke der rechtsextremen Propaganda ausgenutzt wird", erklärte die Vorsitzendes des Stadtsportbundes Erfurt, BirgitPelke.

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Zudem wurde aus dem Schreiben klar, dass es einen ähnlichen Vorfall schon im vergangenen Jahr gegeben hatte und man in diesem Jahr sogar einen Sicherheitsdienst organisiert hatte, um eine Wiederholung zu verhindern.

Dieser sollte die Gruppierung schon am Eingang filtern und den Kindern neutrale Kleidung geben, um zu verhindern, dass die Shirts getragen werden. Am Tag der Veranstaltung gestaltete sich dies aber nun schwieriger als gedacht. "Der Ausrichter geht davon aus, dass die Kleidung – anscheinend mit bewusst unauffällig dargestelltem Bezug zur entsprechenden Partei - durch die Teilnehmer erst zu einem späteren Zeitpunkt präsent gezeigt wurde", heißt es in der Mitteilung.

Zudem wurden die Kinder ohne Bezug zu dem bereits bekannten rechtsextremen Trainer angemeldet, an den Geräte fiel dann nicht mehr auf, dass die Gruppe zusammen unterwegs war, da dort in Selbstorganisation an den Stationen gearbeitet wurde.

"So war es der Gruppe möglich teilzunehmen - obwohl explizit darauf geachtet wurde dies zu verhindern", schreibt man weiter. Die gemeinsame Aufgabe sei es nun, "weitere Strategien zu entwickeln und entsprechende Konsequenzen auch für die Ausrichtung weiterer regionaler Sportabzeichentage zu ziehen und diese schnellstmöglich umzusetzen". Der Sport werde sich auch in Zukunft nicht instrumentalisieren lassen.

Der dritte Weg ist eines rechtsextreme Kleinpartei, die auch bei den Stadtratwahlen in Erfurt angetreten war.
Der dritte Weg ist eines rechtsextreme Kleinpartei, die auch bei den Stadtratwahlen in Erfurt angetreten war.  © DPA

Titelfoto: DPA

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