Kinderärzte fordern Verbot der Serie "Tote Mädchen lügen nicht"

Katherine Langford spielte die Hauptrolle in der umstrittenen Serie "Tote Mädchen lügen nicht".
Katherine Langford spielte die Hauptrolle in der umstrittenen Serie "Tote Mädchen lügen nicht".

Köln - Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert ein Verbot der Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" (Originaltitel "13 Reasons Why").

Man sehe in ihr eine "große Gefahr insbesondere für psychisch kranke und labile junge Menschen", erklärte der Verband am Donnerstag.

Die Serie thematisiert den Suizid einer Schülerin. Kritiker fürchten, dass die mitunter detaillierte Darstellung suizidgefährdete Menschen dazu bringen könnte, sie sich als Vorbild zu nehmen.

Dr. Josef Kahl, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, erklärt: "Medial präsentierte Suizide ziehen häufig Nachahmertaten nach sich: der so genannte Werther-Effekt. Deshalb gibt es internationale Richtlinien, wie über Suizide berichtet wird.

Die Netflix-Serie missachtet diese Richtlinien. Sie zeigt den Suizid drastisch und detailliert. Jugendliche, die sich mit der Idee der Selbsttötung beschäftigen, werden durch die Serie möglicherweise in Richtung Tat beeinflusst", erklärte auch der der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Netflix verweist darauf, dass es bei der Serie eine Kindersicherung gebe und auch bei Zuschauern über 16 Jahren mit Warnhinweisen gearbeitet werde.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0