Kinderpolizei kämpft gegen gnadenlose Drogenkartelle

Chilapa (Mexiko) - Kinder zwischen gerade einmal 8 und 14 Jahren sollen jetzt scheinbar das schaffen, was Erwachsene seit Jahrzehnten nicht auf die Kette bekommen: Den Kampf gegen die übermächtigen und gefährlichen Drogenkartelle Mexikos gewinnen.

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador (66). (Archivbild)
Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador (66). (Archivbild)  © dpa/ Berenice Fregoso El Universal/El Universal vi

Die Lage ist ernst. Allerdings nicht erst seit gestern. Schon seit Jahrzehnten beherrschen Drogenkartelle und gefährliche Gangs die Städte von Mexiko und sorgen damit für Angst und Schrecken in der ungeschützten Bevölkerung.

Tragischerweise auch für Tausende Tote. 2019 wurden nach Angaben der Deutschen Presseagentur insgesamt rund 35.500 Morde im Land registriert. Kein Rekord, aber leider auch keine Ausnahme. Wieviele davon allerdings tatsächlich auf das Konto der Drogenkartelle gehen, ist nicht bekannt.

Jetzt berichtet die "BBC" über eine ungewöhnliche Lösung für das Problem der Schutzlosigkeit der Bevölkerung: Die sogenannten Kinderpolizei soll jetzt für Ordnung sorgen. Nicht überall in Mexiko, aber in Chilapa.

Auslöser für die Rekrutierung von etwa 20 Kindern und Jugendlichen war ein schreckliches "Attentat" auf das Auto einer Crew von indigenen Musikern vergangene Woche, die dem Drogenkartell "Los Ardillos" zugeschrieben wurde.

Unter den Opfern des Anschlages sollen auch mehrere Familienväter gewesen sein. Ihre Söhne sinnen jetzt scheinbar nach Rache und wurden dafür militärisch ausgebildet. Mit scharfen Gewehren und ohne Schutzwesten, andere wiederum "nur" mit Steinen und Stöcken bewaffnet, wollen die vermummten Kinder die Zufahrtsstraße in den Ort sichern, um die Einheimischen vor weiteren Übergriffen von kriminellen Gangs und Kartellen zu beschützen.

Dabei handelt es sich laut der "BBC" um keinen Einzelfall. Mehrere Dörfer und Städte in Mexiko rufen mittlerweile wohl eigene Schutzpatrouillen ins Leben, um sich vor den ständigen gewalttätigen Übergriffen zu verteidigen.

Außerdem wollen die Initiatoren so eine ziemlich eindeutige Botschaft an den mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador (66) senden: Wir haben zu wenig Schutz!

Untätig ist dieser allerdings nicht. Mit seiner Kampagne "abrazos, no balazos" (Umarmungen, keine Kugeln), versucht er der Lage in dem Land Herr zu werden. Bisher mit eher wenig Erfolg.


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