Gefährlicher Trend: Kinder und Jugendliche verbreiten Kinderpornografie

Wiesbaden/Frankfurt - Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt vor dem leichtfertigen Verbreiten von kinderpornografischen Dateien unter Kindern und Jugendlichen.

Es geht um die Darstellung teils schwerer sexueller Gewalt gegen Kinder (Symbolbild).
Es geht um die Darstellung teils schwerer sexueller Gewalt gegen Kinder (Symbolbild).  © 123RF/Karel Miragaya

"Wir müssen hier massiv einer Bagatellisierung dieser Straftaten entgegenwirken", sagte die Leiterin der BKA-Abteilung für Schwere und Organisierte Kriminalität, Sabine Vogt, am Montag in Wiesbaden.

Demnach stellten die Sicherheitsbehörden seit zweieinhalb Jahren fest, dass Kinder und junge Heranwachsende vermehrt eindeutig kinderpornografische Inhalte über Social-Media-Netzwerke teilen und weiterleiten würden.

Am vergangenen Freitag war bekannt geworden, dass die Sicherheitsbehörden wegen des Verdachts der Weiterleitung von Bildern und Videos, die teils schwere sexuelle Gewalt gegen Kinder zeigen, in elf Bundesländern Wohnungen von Tatverdächtigen durchsucht hatten (TAG24 berichtete).

Die 21 Verdächtigen im Alter zwischen 14 und 26 Jahren sollen diese Art von Videos über soziale Netzwerke verbreitet haben. Vier Verdächtige sind aus Hessen.

"Im Zuge dieser Durchsuchungen konnten wir zahlreiche Beweismittel insbesondere Smartphones, Tablets, Computer und Datenträger sicherstellen", sagte der Sprecher der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft, Christian Hartwig.

Video zeigt Vergewaltigung von Kind in Steinbruch

"Wir gehen davon aus, dass dieses Material entweder weitergeleitet wird, weil man unreflektiert damit umgeht, oder weil man es aus Neugier heraus tut", sagte Vogt.

Bei der Vernehmung hätten sich die Tatverdächtigen oft verwundert gezeigt. Sie seien sich demnach gar nicht bewusst gewesen, dass ein strafbares Handeln vorliege, sagte Vogt. Dem soll nun mit mehr Präventionsarbeit entgegengewirkt werden.

Eines der weiterverbreiteten Videos zeige die Vergewaltigung eines Kindes durch zwei Jugendliche in einem Steinbruch – mutmaßlich in Afghanistan.

Titelfoto: 123RF/Karel Miragaya


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0