Kinderunfälle im Haushalt: Gefahren erkennen und vermeiden

Deutschland - Die Unfallrisiken für Kinder im Wohnbereich werden häufig unterschätzt. Dabei gibt es hier gleich unzählige Gefahrenquellen, die geradezu lebensgefährlich sind. Vorbeugung ist auch hier wie immer der beste Schutz.

Bei Befragungen verorten Eltern die Unfallgefahr für ihre Kinder häufig im außerhäuslichen Bereich. Als besonders risikoreich wird der Straßenverkehr bewertet.

Schon ein herumliegendes Stromkabel kann zur Lebensgefahr werden!
Schon ein herumliegendes Stromkabel kann zur Lebensgefahr werden!  © 123RF

Tatsächlich aber ereignen sich etwa 60 Prozent der Kinderunfälle in den eigenen vier Wänden.

Insbesondere Kleinkinder sind im Haushalt diversen Gefahren ausgesetzt. Sie sind zum einen noch nicht standsicher, zum anderen fehlt ihnen naturgemäß die Lebenserfahrung, um Risiken überhaupt einschätzen zu können.

So verleiten beispielsweise mehrfarbige Wasch-Tabs für Geschirrspüler schnell zum Spielen oder aufgrund ihrer mundgerechten Größe sogar zum Essen.

Auch sonst gibt es zu Hause viel zu entdecken: Herdknöpfe zum Drücken oder Drehen, Schubladen wackeliger Kommoden als spannende Geheimfächer oder Steckdosen mit faszinierend dunklen Löchern.

Zusammengerechnet lauern also mehr oder weniger an jeder Ecke in Haus und Wohnung erhebliche Gesundheitsgefahren für den Nachwuchs.

Sobald ein neuer Erdenbürger sein neues Zuhause bezieht, sollte daher die Einrichtung nach den wichtigsten Sicherheitsstandards geprüft und umgerüstet werden – und das nicht nur im Babyzimmer selbst, sondern im gesamten Wohnbereich.

Putzmittel sollte immer außer Reichweite von Kindern stehen.
Putzmittel sollte immer außer Reichweite von Kindern stehen.  © 123RF

Gefährliches wegschließen

Waschmittel, Haushaltsreiniger oder Pflanzendünger sollten für Kinderhände unerreichbar deponiert und weggeschlossen werden - denn auch kindersichere Verschlusskappen bieten keine hundertprozentige Sicherheit vor Vergiftungen.

Geeignete Kindersicherungen an Steckdosen, Herd, Ofen, Fenstern und Balkontüren wiederum schützen das Kind vor Brandverletzungen, Elektroschlag und Sturzgefahr.

Zu beachten ist aber, dass auch bei den besten Sicherungssystemen eine grundsätzliche Aufsicht des Kindes unverzichtbar bleibt.

Babyzimmer-Vorhänge ohne Bedienschnüre nutzen

Ein auf Anhieb nicht sichtbares, aber dennoch sehr hohes Gesundheitsrisiko stellen auch Fensterdekorationen mit Schnurzügen dar, an denen es häufiger zu tödlichen Verletzungen kam.

Zwar wird jeder Sonnenschutz mit Schnursystem mittlerweile mit Kindersicherungen versehen. Wer aber gerade bei kleinen Kindern höchste Sicherheit walten lassen möchte, sollte bei der Fensterausstattung einfache Babyzimmer-Vorhänge ohne Schnüre bevorzugen.

Soll das Kinderzimmer hingegen mit Fensterdekorationen wie Rollos oder Jalousien abgeschattet werden: Auch hier gibt es besonders kindersichere Vorhänge, die ohne Schnüre auskommen und stattdessen über Schienen bedient werden.

Möbel fest im Mauerwerk verankern und Ecken absichern

Kinder, die noch unsicher auf den Beinen stehen, halten sich ganz instinktiv am Mobiliar fest, um nicht umzufallen, oder ziehen sich daran hoch.

In der Vergangenheit gab es mehrere Unglücksfälle durch ungesicherte, umgestürzte Möbel. Kommoden, Schränke oder Regale sollten daher grundsätzlich mit Metallwinkeln und starken, langen Dübeln im Mauerwerk festmontiert sein.

Auch empfiehlt es sich, entweder ganz auf Mobiliar mit spitzen Kanten zu verzichten oder diese mit einem entsprechenden Kantenschutz zu versehen, um im Falle eines Sturzes schwerwiegenden Verletzungsgefahren zuvorzukommen.

Besondere Vorsicht auch bei Badewannen und Planschbecken

Kleinkinder können bereits bei sehr niedrigem Wasserstand ertrinken, der nur wenige Zentimeter Höhe beträgt.

Einerseits verlieren sie schnell die Orientierung und andererseits sind sie auch motorisch noch nicht so wendig, um sich schnell aus einer misslichen Lage zu befreien.

Daher gilt: Ob in der Kinderwanne bei der Babypflege oder im Planschbecken im Garten – Bäder jeglicher Art sollten ausschließlich von den Eltern oder Vertrauenspersonen beaufsichtigt werden. Bei Nichtnutzung sollten Wannen und Pools stets geleert werden.


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