"Filmtheater Sendlinger Tor" steht vor dem Aus! Stirbt ein Stück Kult?

München - Am 17. Oktober 1913 eröffnete der Visionär Carl Gabriel die Sendlingertor-Lichtspiele mit der Aufführung des historischen Dramas "Die Herrin des Nils". Nur geladene Gäste mit goldbedruckten Ehrenkarte erhielten damals Zutritt.

Über 100 Jahre Liebe zum Film könnten bald Geschichte sein. (Archiv)
Über 100 Jahre Liebe zum Film könnten bald Geschichte sein. (Archiv)  © Felix Hörhager/dpa

Seitdem erhielten das Unternehmen und die Betreiber unter anderem den Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises, 19 Mal den Programmpreis des FilmFernsehFonds Bayern, dreimal den Münchner Kinoprogrammpreis und die Medaille "München leuchtet" in Silber. Es wurde zu einem Teil nationaler Kulturgeschichte

Mehr als 100 Jahre seit der Eröffnung möchte - oder besser: kann - man sich eine Münchner Kinolandschaft ohne das "Filmtheater Sendlinger Tor" gar nicht vorstellen.

Doch wie es scheint, steht genau das bevor. Denn laut Informationen der "Süddeutschen Zeitung" soll der Pachtvertrag Ende Juni auslaufen. Die Eigentümerin des Hauses wolle eine Veränderung vornehmen.

Kino-Betreiber Fritz Preßmar will sein Filmtheater nicht kampflos aufgeben. Selbst aus der lokalen Politik haben sich laut "Abendzeitung" bereits Politiker für den Erhalt der Kultureinrichtung stark gemacht. Die CSU schlägt sogar vor, dass die Stadt die Immobilie kaufen sollte.

Nun soll die Petition "Rettet deutsche Kinogeschichte: Das Filmtheater Sendlinger Tor München" den Kampf um den real gewordenen Thriller zur Rettung des Betriebs unterstützen. Mehr als 1600 Menschen haben bereits in den ersten beiden Tagen unterzeichnet - 10.000 Unterstützer sind notwendig.

Auch sind weit mehr als 500 Kommentare bereits zu der Petition geschrieben worden. Eine Userin schreibt: "Das Kino am Sendlinger Tor ist ein Stück Kulturgeschichte. Bitte nehmt München nicht alles, was die Stadt so charmant und liebenswert macht." "München muss München bleiben! Es wurde in den letzten Jahrzehnten genug verkauft und vernichtet!", "so ein Kino darf nicht sterben !" und "Im Sendlinger hängen noch jede Menge Jugenderinnerungen von mir mit drinnen!" (Rechtschreibungen übernommen) schreiben andere Unterstützer.

In der Beschreibung zu der Petition heißt es: "Der Bundestag, der Bayerische Landtag, die Regierung von Oberbayern sowie der Stadtrat München mögen zusammen mit allen staatlichen Organisationen sich für den Erhalt von nationalem Kulturgut einsetzen und versuchen, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln (z.B. Denkmalschutz, Untersagung von Nutzungsänderungen, Förderungen usw.) die Schließung eines der ältesten Kinos zu verhindern." Der Wille scheint zumindest bei einigen bereits erkennbar.

Michael Bully Herbig, Lisa Maria Potthoff und Franz Xaver Krötz (v.l.) posieren 2008 bei der Deutschlandpremiere ihres Films "Die Geschichte vom Brandner Kaspar"vor dem Filmtheater. (Archiv)
Michael Bully Herbig, Lisa Maria Potthoff und Franz Xaver Krötz (v.l.) posieren 2008 bei der Deutschlandpremiere ihres Films "Die Geschichte vom Brandner Kaspar"vor dem Filmtheater. (Archiv)  © Ursula Düren dpa/lby

Titelfoto: Felix Hörhager/dpa

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