VW-Plan: Für Dresdens Phaeton wird es eng

Auch das Oberklassemodell VW Phaeton und die Nobelmarke Bugatti stehen auf der Kippe.
Auch das Oberklassemodell VW Phaeton und die Nobelmarke Bugatti stehen auf der Kippe.

Dresden - Schlechte Nachrichten für Dresden: Die VW-Krise droht die Landeshauptstadt schwer zu treffen. Erste Stimmen aus Wolfsburg sprechen bereits vom Aus eines neuen Modells made in Dresden.

Wie die Wolfsburger Nachrichten am Mittwoch berichten, verkündete Betriebsratschef Bernd Osterloh auf einer Informationsveranstaltung im Wolgsburger Stammwerk, man könne ein neues Modell des Phaeton "von der Liste" streichen, um so eine Milliarde Euro zu sparen.

Sollte es dazu kommen, ist die Zukunft der Dresdner VW-Manufaktur ungewiss.

Um Kosten wegen der bevorstehenden Umrüstungen bei Dieselautos von VW zu sparen, stellt Konzernchef Matthias Müller den Phaeton und die Nobelmarke Bugatti auf den Prüfstand.

"Wir unterbreiten dem Kraftfahrtbundesamt in dieser Woche technische Lösungsvorschläge. Werden die akzeptiert, bestellen wir die Teile. Verläuft alles nach Plan, können wir im Januar mit der Reparatur beginnen," sagte Müller der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Um die immensen Kosten für die Umrüstungen auszugleichen, will Konzernchef Müller ein Sparprogramm beschließen. VW plane, Investitionen in Maschinen und Infrastruktur zu verschieben. Auch das Oberklassemodell VW Phaeton und die Nobelmarke Bugatti stehen demnach auf der Kippe.

Selbst Fussball könnte in Mitleidenschaft gezogen werden. Das Engagement für den VfL Wolfsburg und den FC Bayern München müsse ebenfalls überprüft werden, so Müller weiter.

Die finanziellen Folgen für VW seien noch nicht absehbar, die Gewinnrückstellung von 6,5 Milliarden Euro würde aber nicht ausreichen. Rund 600.000 VW-Angestellte müssen weiterhin um ihre Arbeitsplätze bangen.

UPDATE 19:24 UHR:

Statement des Volkswagen Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh:

„Es ist richtig, dass ich gefordert habe, das Konzept noch einmal zu überdenken. Uns als Betriebsrat geht es darum, dass wir ein innovatives Produkt nach Dresden bekommen, damit wir nicht in zwei bis drei Jahren wieder dasselbe Problem haben, wie mit dem aktuellen Phaeton. Es macht keinen Sinn, jetzt riesige Geldbeträge in Projekte zu investieren, deren Wirtschaftlichkeit höchst zweifelhaft ist.

Wir sind auch angesichts der aktuellen Krise bei Volkswagen der Ansicht, dass ein zukunftsweisendes Modell jetzt das richtige Signal ist. Also wenn schon Phaeton, dann als Elektro-Fahrzeug, mit 80 Volt und mindestens 500 Kilometer Reichweite. Auf der letzten IAA haben wir gezeigt, zu welchen Innovationen wir als Volkswagen Konzern in der Lage sind. Klar ist, dass wir als Betriebsrat natürlich dafür einstehen, dass die Beschäftigung an allen Standorten gesichert wird.“

Fotos: Matthias Rietschel/dapd, imago/Hannelore Förster/imagebroker


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